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Editorial

Die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch Russland, die nunmehr gesichert ist, ist der letzte notwendige Schritt, um dem Protokoll endlich die notwendige internationale Akzeptanz zu verleihen. Das sichere Inkrafttreten des internationalen Abkommens ist nicht nur das Zeichen, das der Großteil der Staaten der Erde bereit ist, für den Klimaschutz an einem Strang zu ziehen, sondern sichert auch die notwendige Rechtssicherheit für Unternehmen und ihre Strategie für die nächsten Jahre.
Es gibt auch Anzeichen dafür, dass die Zustimmung Russlands zu Kyoto auch die USA nicht kaltlässt, und es möglicherweise - über kurz oder lang - doch zu einer weltweiten Teilnahme am Klimaschutzprogramm kommen könnte: Bereits jetzt gibt es - wenn auch nicht von Seiten der Regierung, sondern von der der Bundesstaaten und der Wirtschaft - Klimaschutzbestrebungen auch in den Vereinigten Staaten. Mehr darüber lesen Sie in dieser Ausgabe des Newsletter. 

Außerdem finden Sie Informationen über die europäischen Nachhaltigkeitsstrategie auf lokaler Ebene. Diesem oft vernachlässigtem Thema wird 2005, mit dem Schwerpunktthema der EU "Städtische Umwelt", die nötige Beachtung geschenkt. Welche Schritte zur Gewährleistung der nachhaltigen Entwicklung von Gemeinden und Städten bereits unternommen wurden und mehr über künftige Herausforderungen für die lokale Agenda erfahren Sie in dieser Ausgabe.

Nach langen Verhandlungen wurde in Österreich nun auch ein Kompromiss für die Novelle des Ökostromgesetzes gefunden: Der neue Gesetzesentwurf sieht eine langsame Heranführung der Ökostromquellen an die Marktreife und eine Abnahme der staatlichen Zuschüsse vor, Österreichs Bekenntnis zu nachhaltigen Energiequellen wird aber beibehalten.


Ihr Ökomanagement NÖ-Club

Im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

Russland ratifiziert Kyoto-Protokoll

Vor wenigen Wochen ratifizierte das russische Parlament das Kyoto-Protokoll, das internationales Abkommen über Klimaschutzmaßnahmen, das vor allem verbindliche Grenzen für den Ausstoß von Treibhausgasen festlegt. Die russischen Ministerien haben nun drei Monate Zeit, Pläne zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls zu erarbeiten.

Dem Entschluss des russischen Parlaments gingen langwierige Diskussionen voraus – das Protokoll wurde lange Zeit von der Regierung abgelehnt, da diese befürchtet, dass es wirtschaftliche Wachstum des Landes bremsen könnte.
Der schlussendlich positive Beschluss sei daher auch einigen Zugeständnissen der EU zu verdanken, die die Zustimmung der Union zu einem WTO-Beitritt Russlands sowie Sonderregelungen für die Ausfuhr von Stahl- und Aluminiumprodukten aus Russland in die neuen europäischen Staaten betreffen.

Der Annahme des Protokolls durch Russland ist ein wichtiger Meilenstein für die internationalen Klimaschutzbemühungen, da das Inkrafttreten des Abkommens erst jetzt möglich wird: Voraussetzung ist nämlich die Teilnahme von Ländern, die 1990 55% aller weltweiten Treibhausgase freisetzten. Russland, das 1990 für 17% des weltweiten Ausstoßes verantwortlich war, spielte somit lange Zeit – nach Nichtteilnahme der USA und Australiens – die Rolle des Züngleins an der Waage für das Klimaschutzprogramm.

Zur Zeit – aufgrund der Wirtschaftskrise des Landes nach 1990 – liegen die Emissionen Russlands weit unter dem Niveau von 1990. Somit ist Russland ein potentieller Nutznießer des Abkommens, da es die nicht genützten Quoten verkaufen kann; mehrere Milliarden Dollar könnten somit in Energiesparmaßnahmen und Aufforstungsprogramme in Russland investiert werden.

Doch selbst wenn es noch einige Jahre dauern kann, bis der Beitritt Russlands zu Kyoto in Energiesparmaßnahmen für das Land mündet, ist die Teilnahme des größten Landes der Welt ein wichtiges Signal, dass die Gültigkeit des Protokolls unterstreicht. Ein Schneeballeffekt, der auch die restlichen Wirtschaftsgrößen zur Teilnahme bewiegt, wird erhofft.

Klimaschutzbestrebungen auch in den USA

Trotz der Ablehnung der US-amerikanischen Administration betreffend einer Teilnahme am Kyoto-Protokoll werden in den Vereinigten Staaten zunehmend Bestrebungen auf regionaler und privatwirtschaftlicher Ebene, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, registriert werden.

Einige US-Bundesstaaten arbeiten an einem Plan, eine Grenze für  den Ausstoß von Treibhausgasen festzulegen und ein Trading-System mit Emissionsrechten bis 2007-2008 einzuführen. An der Initiative, die von George Pataki, dem Gouverneur von New York, angeführt wird, nehmen neun Bundessstaaten aus dem nordöstlichen und mittelatlantischen Teil der USA teil, weitere wollen sich möglicherweise nach einer ersten Beobachtungsphase beteiligen.
Informelle Gespräch mit Vertretern der EU, die eine Verbindung des Handelssystems mit dem europäischen Emissionshandel betreffen, haben bereits stattgefunden. Höchstwahrscheinlich soll es europäischen Staaten ermöglicht werden, Emissionszertifikate in die USA zu verkaufen, während dies umgekehrt nicht erlaubt sein wird, da die USA kein offizieller Teilnehmer am Kyoto-Protokoll sind.

Eine weitere Tendenz, die kürzlich durch eine unabhängige Studie des „Sustainable Energy Institute and Numark Associates" bestätigt wurde, ist die amerikanischer Unternehmen, freiwillig Emissionsreduktionspläne einzuführen: Demnach haben nicht nur viele multinationale Firmen aus energieintensiven Sektoren Pläne zur Reduktion ihrer Emissionen eingeführt, sie sind auch klar für die Einführung eines globalen Emissionshandelssystem. Getragen von sich immer mehr an Nachhaltigkeit orientierenden Unternehmensstrategien sowie angesichts des intensiver werdenden Stakeholderdialogs mit Anlegern, Versicherungen und dem Staat, sehen immer mehr große Produzenten die Notwendigkeit einer Reduktion von Emissionen.
Die Mehrheit wünscht sich ein Emissionshandelssystem von globaler Reichweite – konkret, eine Beteiligung der USA am Emissionshandel. Ein solches einheitliches System könne – im Gegensatz zu von einzelnen Staaten im Alleingang erarbeiteten Plänen – Rechtssicherheit bieten.

Diese Initiativen, die derzeit die USA bewegen, üben von mehreren Seiten Druck auf die US-amerikanische Regierung aus, sich doch noch an Kyoto zu beteiligen. Der Boykott des Abkommens durch die USA wurde möglicherweise von dem Wunsch getragen, die Einführung des Handelssystems zu verhindern. Jetzt, da das Inkrafttreten des Protokolls sicher scheint, wird eine letztendliche Teilnahme der Vereinigten Staaten immer wahrscheinlicher, meinen Beobachter.

Einigung über Ökostromnovelle

Kürzlich haben sich Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und Umweltminister Josef Pröll über den in diesem Sommer erstmals veröffentlichten Gesetzesentwurf einer Ökostromgesetzesnovelle geeinigt. Am 3. Dezember soll der Entwurf im Wirtschaftsausschuss des Parlaments beschlossen werden.

Der Entwurf sieht ein Fördervolumen von 17 Millionen Euro für neue Anlagen zur Erreichung eines Ziels von 7% Steigerung des Ökostromanteils bis 2010 vor.
Die Einspeisetarife für Ökostromanbieter sollen für die nächsten Jahre noch zu 100% garantiert werden, danach jedoch sinkt dieser Prozentsatz. Zusätzlich ist eine jährliche Absenkung der Tarife geplant. Damit sollen Ökostromanlagen langsam an die Marktreife herangeführt werden, und wettbewerbsfähige Preise für Konsumenten garantiert werden.
Ein weiterer wichtiger  Punkt des neuen Systems ist die Vergabeart der Förderung: Diese erfolgt für Windkraft per Ausschreibungssystem, für die anderen Energieformen nach dem first-come-first-served-Prinzip.
Die Fördermittel sollen zu 40% in Biomasseanlagen, zu 30% in Biogasanlagen, zu 20% in Windkraftanlagen und zu jeweils 5% in Photovoltaik und andere Stromformen fließen.
Über die gesamte Laufzeit der Förderung sollen 1,2 Milliarden Euro in Ökostrom investiert werden.
Schließlich ist die Errichtung einer „Ökoenergie AG“ zur Verwaltung der Ökostromförderungen in Österreich und zur Bündelung der bisher zersplitterten Aktivitäten vorgesehen.

Die Verbesserungen im abgeänderten Entwurf werden zwar begrüßt, dennoch bleiben einige der Inhalte umstritten. Kritisiert wird vor allem die Deckelung des Fördervolumens, es wird befürchtet, dass die Entwicklung des Ökostromsektors durch die Reduktion der Fördermittel gehemmt wird. Auch die Verteilung der Fördermittel wird stellenweise beanstandet – so bedeutet die Reduktion des Photovoltaikanteils von bisher 10% auf 5% einen 50%igen Marktverlust.
Auch das Ausschreibungssystem, das für Windanlagen vorgesehen ist, ist ein heiß diskutiertes Thema. Vergleichbare Systeme in anderen europäischen Ländern brachten keine zufriedenstellende Resultate, überdies sei das System mit zusätzlichem administrativem Aufwand und weniger Rechtssicherheit für Stromanbieter verbunden.

Mehr über die Ökostromförderung lesen Sie auf www.oekostromforum.at. Die genauen Inhalte der Novelle können Sie hier nachlesen.

CDM-Mechanismen: Genügend Anreize für die Privatwirtschaft?

Eine neue Studie des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) beleuchtet das Thema, ob CDM (Clean Development Mechanismen) genug Anreize für die  Privatwirtschaft bieten, diesbezüglich Projekte durchzuführen. Der Bericht des WBCSD identifiziert Schwachstellen in der aktuellen Rechtslage und zeigt Maßnahmen auf, die Unternehmen zur vermehrten Durchführung von CDM-Projekten motivieren können.

CDM ist ein marktbasiertes Instrument des Kyoto-Protokolls, das am Emissionshandelssystem teilnehmenden Organisationen erlaubt, Emissionsreduktionszertifikate durch die Durchführung von Projekten in Entwicklungsländern, die zum Klimaschutz beitragen, zu erwerben.
Im Rahmen der Studie wurde ein Solarenergieprojekt für Schulen in ländlichen Gebieten Brasiliens, das von BP durchgeführt wurde, für „learning-by-doing“ genutzt. Der Lernprozess wurde durch intensiven Meinungsaustausch zwischen Interessensgruppen – auf Konferenzen sowie in interaktiven Foren im Internet – ergänzt.

Bei der Durchführung des Projektes wurden einige Problemfelder offensichtlich, die für die praktische Umsetzung von CDM von größter Bedeutung sind:
Zum ersten wurde festgestellt, dass die Beteiligung des Gastlandes ein kritischer Punkt für die Durchführung von CDM-Projekten ist. Bürokratischer Aufwand und lange Wartezeiten sind eine wesentliche Hürde für CDM. Die unklare Rechtslage, was das formelle Inkrafttreten des Protokolls betrifft, bedeutet zudem manchmal, dass eine Anerkennung von Seiten des Gastlandes verweigert wird. Alle diese Faktoren können die Verzögerung – oder gar Verhinderung – von Projekten zur Folge haben. Für die Unterstützung des Staates – sowie für die Genehmigung und Anrechnung von Projekten – fehlen jedoch in Entwicklungsländern oft die notwendigen Ressourcen.
Daher wäre die rasche Schaffung stabiler Rahmenbedingungen, wie eine klar definierte, einheitliche Vorgehensweise und vorzugsweise die Bündelung aller Aktivitäten bei einem einzigen Ansprechpartner von Seiten der Gaststaaten, erforderlich. Notwendig dafür wäre die Unterstützung der Gastländer durch Industriestaaten.
Ein weiteres Resultat der Studie ist, dass mit der Umsetzung von CDM oft hohe Transaktionskosten verbunden sind, die CDM für die Anwendung auf kleinere Projekte unrentabel gestalten: Der hohe Planungsaufwand sowie der oft unzureichende Marktwert der zu erreichenden Emissionsrechte reichen nicht aus, um „unökonomische“ Projekte durch CDM  zu rentabilisieren. Eine Reduktion der mit der Projektdurchführung verbundenen  Ausgaben (durch Vereinfachung des Registrierungs-, Validierungs- und Überwachungsprozesses) sowie technische und finanzielle Unterstützung für CDM-Projekte vor allem in der Anfangsphase des Emissionshandels sind daher unentbehrlich.
Schließlich wurde festgestellt, dass die Beurteilung der Projekte anhand eines „zusätzlichen Nutzens“ in Vergleich zu einem business-as-usual-Szenario nicht zielführend scheint: Einerseits geht der soziale Nutzen eines Projektes oft weit über die festzustellende Emissionsreduktion hinaus, andererseits ist das hypothetische no-change-Szenario schwer zu definieren. Es wäre daher notwendig, bei der Beurteilung der Anrechenbarkeit die Projekte als Ganzes zu betrachten und zu berücksichtigen, inwiefern diese zur allgemeinen Entwicklung des Gastlandes beitragen. Ein weniger starres Regelwerk könnte dazu beitragen, dass mehr und diversifizierte Projekte durchgeführt werden.
Als weitere Handlungsempfehlung geht aus dem Bericht hervor, dass CDM stärker in die allgemeine Unternehmensstrategie und nationale Politiken eingebunden werden sollte, um deren Anwendung begünstigen. Für Unternehmen würde der Einschluss in die allgemeine Strategie bedeuten, dass CDM automatisch vor der Durchführung aller Unternehmensprojekte in Erwägung gezogen würde. Von Seiten der Gaststaaten könnte durch Integration von CDM in andere Programme auf den Gebieten der Verkehrs-, Energie- und Klimapolitik zudem die Einheitlichkeit zwischen Zielen und Maßnahmen in allen Bereichen erreicht werden. 

Den Projektbericht des WBCSD können Sie hier herunterladen.

proVision: Erste Ausschreibung eröffnet

Die erste Ausschreibungsrunde des Forschungsprogramms „proVISION: Vorsorge für Natur und Gesellschaft“ ist eröffnet. Projektskizzen können bis 6. Dezember eingereicht werden.

proVision ist Teil des nationalen Programms „FORNE – Forschung für nachhaltige Entwicklung“, das zum Ziel hat, die Lebens- und Umweltbedingungen zu verbessern und zugleich die Wettbewerbschancen für Wissenschaft und Wirtschaft zu erhöhen.
Im Rahmen von proVision soll dabei das wissenschaftliche Fundament für eine nachhaltige Entwicklung erarbeitet werden. Das Hauptaugenmerk des Programms liegt dabei auf den Themen Klimawandel, Lebensqualität und Raumentwicklung, zu denen sieben Leitfragen formuliert wurden.

Im Rahmen der  ersten Ausschreibung sollen nun die besten wissenschaftlichen Arbeiten und Projektskizzen ausgesucht und ihre praktische Umsetzung gefördert werden, um Antworten auf zwei der ausgearbeiteten Fragen zu finden:

·      Leitfrage 1: Risiko, Unsicherheit, Ungewissheit
Beantwortet soll werden, welche Ungewissheiten und Risiken sind mit Klimawandel und Eingriffen in die Natur verbunden sind. Ebenso werden Strategien, die zur Vermeidung unerwünschter globaler Veränderungen ergriffen werden können, gesucht. Auch das Thema der Sensibilisierung der Öffentlichkeit hinsichtlich ihrer Lebensstile sowie Informations- und Kommunikationsflüsse in Ökosystemen sind Teil der Leitfrage 1. 

·     LA-21-Fenster der Leitfrage 7: Dialoge für Nachhaltigkeit, Forschungsschwerpunkt "Lokale Agenda 21 und Nachhaltigkeitsstrategien der Länder"
Erwünscht sind vor allem Vorschläge für Verbesserungspotenziale bei Entwicklung und Umsetzung der Umweltstrategien der Länder.

Zu diesen Fragen werden wissenschaftliche Veröffentlichungen, Vorträge, Präsentationen und andere Produkte für die Wissenschaft gesucht. Dabei steht die Praxisrelevanz für Anwendung in  Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit im Vordergrund. Ab Anfang 2005 werden weitere Leitfragen behandelt werden. Das geplante Programmbudget für die Jahre 2004–2006 beträgt 12,6 Millionen Euro. 

Alle Informationen zur Ausschreibung finden Sie unter www.umweltbundesamt.at.

Fortführung des LIFE-Programms der EU

Im Oktober dieses Jahres wurde die Fortführung von LIFE III, des Finanzierungsinstruments für die europäische Umweltpolitik, formell von der Kommission beschlossen. Bis Ende 2006 sind 317 Millionen Euro für das Programm im EU-Budget vorgesehen.

Gleichzeitig wurde auch die Zukunft von LIFE für die Periode nach 2006 besprochen: Dabei wurde der Vorschlag eines einfacheren, koordinierten Finanzierungsprogramms, genannt LIFE+, von der Kommission geäußert. LIFE+ wäre damit das erste Finanzierungsinstrument der EU, das nur die Umwelt betreffen würde.
LIFE+ würde sich eng am sechsten Umweltaktionsprogramm der EU orientieren und somit eine schnellere Erreichung der Ziele des Programms garantieren. Diese umfassen vor allem die Themen Klimaschutz, Erhaltung der Biodiversität, Minimierung von Umweltauswirkungen auf die menschliche Gesundheit sowie nachhaltiger Umgang mit Umweltressourcen und Abfall.
Im neuen Programm würden ebenfalls die Vergabeprozesse rationalisiert und beschleunigt werden, was eine raschere Reaktion auf neue Entwicklungen ermöglicht.

LIFE+ würde dabei einerseits die Umsetzung der EU-Umweltpolitik, andererseits die Kommunikation und den Austausch bezüglich Umweltmaßnahmen zwischen den Mitgliedsstaaten und anderer Organismen fördern. Für die Laufzeit von LIFE+ von 2007 bis 2013 sind Fördermittel von insgesamt 2,19 Milliarden Euro vorgesehen.

Mehr dazu erfahren Sie hier.

Nachhaltige Entwicklung Europas: Die Rolle der Städte und Gemeinden

Viele der Maßnahmen der EU-Strategie zur Nachhaltigen Entwicklung können weitaus besser - oder gar ausschließlich - auf lokaler Ebene umgesetzt werden. Die Städte und Gemeinden Europas spielen daher eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der europäischen Nachhaltigkeitspolitik.

Die weitestgehende Unterstützung lokaler Maßnahmen hat daher auch einen hohen Stellenwert im neuen Umweltaktionsprogramm der EU - und dabei ist die Lokale Agenda 21 derzeit eines der wichtigsten politischen Instrumente zur nachhaltigen Entwicklung in Städten und Gemeinden: Diese ist ein Aktionsprogramm, das umweltpolitische, soziale und wirtschaftliche Bereiche umfasst und die Schaffung und Erhaltung einer lebenswerten Umwelt in der eigenen Gemeinde durch Beteiligung aller Interessensgruppen zum Ziel hat.
Um den Informationsstand der Bürger und Organisationen der Union, der auf dem Gebiet der regionalen Programme lang nicht an jenen betreffend europäische und staatliche Maßnahmen heranreicht, zu verbessern, wurde das Thema auf der Homepage der Österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie aufgearbeitet.
Einen Bericht über den aktuellen Stand der Lokalen Agenda 21 in Österreich und Europa sowie die Zukunft des Aktionsprogramms finden Se außerdem hier.

Um eine Umsetzung der Pläne auf lokaler Ebene zu gewährleisten, ist allerdings die staatliche Förderung - vor allem von ländlichen und benachteiligten Gebieten - eine absolute Notwendigkeit. So geben Gemeinden an, der wichtigste Stolperstein bei der Umsetzung der EU-Nachhaltigkeitspolitik sei die unzureichende finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite.
Im Oktober dieses Jahres wurde von der österreichischen Regierung ein wichtiger Schritt in diese Richtung getan: Es wurden rund 890 Millionen Euro Leistungsentgelt an ländliche Regionen ausbezahlt. Damit soll unter Anderem die Orientierung der österreichischen Landwirte an einer nachhaltigen Landwirtschaft gesichert werden. Erstmals kann in diesem Jahr auch über 85 % der Ausgleichzulage in benachteiligten Gebieten bereits im Antragsjahr ausbezahlt werden. Das bedeutet eine Steigerung von rund 10 %.
Österreich erhält dabei für seine Maßnahmen im Rahmen der ländlichen Entwicklung EU-weit den höchsten Anteil. Damit nimmt es eine Spitzenposition bei der Förderung nachhaltiger Entwicklung ein.

Befragung der Bevölkerung zur EU-Nachhaltigkeitsstrategie

Eine in diesem Herbst durchgeführte Befragung der EU-Bevölkerung über die europäische Nachhaltigkeitsstrategie ergibt, dass die Bürger und Organisationen in Europa die Strategie zwar befürworten, dass jedoch in Bezug auf Maßnahmen und Fortschritte Verbesserungspotentiale gesehen werden.

Mehr als 70% der Befragten befürworten das Gesamtkonzept der EU zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Allerdings ist nur die Hälfte der Befragten sicher, dass die EU in den sechs Schwerpunkten der Strategie (Klimaschutz, öffentliche Gesundheit, Armut und soziale Ausgrenzung, Herausforderungen einer alternden Gesellschaft, Management der natürlichen Ressourcen, Mobilität und Verkehr) Fortschritte erzielt hat. Kein Bereich erhielt dabei eine über- oder unterdurchschnittliche Wertung durch die Bevölkerung. Lediglich die Zukunftsinvestitionen in Wissenschaft und Technologie werden überwiegend positiv bewertet.

Ein Problem, das von einer Mehrheit der Befragten gesehen wird, ist die Berichterstattung der EU: So stimmt weniger als ein Viertel der Teilnehmer an der Online-Befragung der Auffassung zu, dass die Informationen über die Fortschritte der Nachhaltigkeitsstrategie ausreichen. Zwischen zehn und 25 Prozent der Befragten waren zudem nicht in der Lage einzuschätzen, ob die EU in den Schwerpunktbereichen seit 2001 politische Erfolge erzielt hat. 65 Prozent gaben an, dass sie die festgelegten Strukturindikatoren und Indikatoren für nachhaltige Entwicklung der EU nicht kennen.

Überdies sind die Befragten zwar einig, dass die Nachhaltigkeitspolitik auch die sozialen Folgen von nicht nachhaltigem Verhalten berücksichtigen sollte, ein Großteil ist aber nicht bereit, höhere Preise für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zu akzeptieren.

An Befragung nahmen ca. 700 Einzelpersonen und Institutionen, die zu 60 Prozent aus den Ländern Belgien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien stammen. Die Auswertung der Befragung finden Sie unter europa.eu.int.

Integrierte Produktpolitik für KMU

Ein von 45 europäischen Experten getragenes Projekt soll die Eintrittsbarrieren für kleine und mittlere Unternehmen, die eine nachhaltige Produktpolitik umsetzen möchten, herabsetzen und ihnen die notwendige Hilfestellung dabei bieten, grüne Produkte zu entwickeln und zu vermarkten.

Dabei wurde unter www.ecosmes.net eine interaktive Webseite implementiert, die neben Basisinformationen zu IPP auch Softwaretools, technische Leitfäden für Produkte und Branchen, Beratung sowie Trainingskurse für KMU zu geringen Kosten anbieten soll.
Die angebotenen Softwaretools umfassen dabei ein Programm zur Einschätzung von Produktlebenszyklen, Werkzeuge für das ökologische Design von Produkten, sowie eine Datenbank zur Speicherung und Bearbeitung betrieblicher Umweltinformationen.
Die Leitfäden, die zur Zeit für die Branchen und Bereiche Elektro- und Elektronikgeräte, Möbel, Metallverarbeitung, Stadtmobiliar, Bürobetrieb, Textilien und Hotelgewerbe verfügbar sind, sollen KMU über wirtschaftliche Perspektiven und Trends sowie die relevante Gesetzgebung informieren und enthalten Informationen zu Prozessen und sauberen Technologien in der jeweiligen Branche, umweltgerechter Produktgestaltung, sowie Ökobilanzen von Produkten.

Das Projekt fand in der kürzlich abgeschlossenen Pilotphase große Akzeptanz von Seiten der Endbenutzer. Die kostenlose Testphase der Services wird nun bis März 2005 ausgedehnt, um das Serviceangebot weiter zu verbessern.

Ministerrat beschließt Novelle des Umweltinformationsgesetzes

Kürzlich wurde die Regierungsvorlage für eine Novelle des Umweltinformationsgesetzes im Ministerrat beschlossen.
Damit wird die 2003 beschlossene Umweltinformationsrichtlinie der EU, die mehr Offenheit und Transparenz in Europa schaffen soll, in nationales Recht umgesetzt.

Durch die Novelle werden die Begriffe „Umweltinformation“ und „informationspflichtige Stellen“ neu definiert.
Die Bestimmung des Begriffs „Umweltinformation“ geht über den alten Begriff der Umweltdaten hinaus und erfasst Informationen über den Zustand von Umweltbestandteilen (Luft, Wasser, Boden, einschließlich genetisch veränderter Organismen), über Faktoren wie Stoffe, Energie, Emissionen, über Maßnahmen (Politiken, Pläne, Verwaltungsakte), über Kosten/Nutzen-Analysen sowie über den Zustand der menschlichen Gesundheit und Sicherheit einschließlich der Kontamination der Lebensmittelkette bzw. unter bestimmten Voraussetzungen die Wechselwirkungen zwischen den meisten der genannten Bereiche.
Darüber hinaus sind künftig nicht mehr nur Organe der Verwaltung informationspflichtig, sondern alle Stellen,  die öffentliche Aufgaben im Zusammenhang mit der Umwelt ausüben. Von dieser neuen Begriffsbestimmung sind daher zB auch Elektrizitäts-, Gas- und Wasseranbieter betroffen.
Durch die Novelle wird überdies sichergestellt, dass informationspflichtige Stellen eine aktivere Rolle bei der Informationsversorgung übernehmen, sie trifft in Zukunft die Pflicht, Umweltinformationen zur aktiven und systematischen Verbreitung in der Öffentlichkeit aufzubereiten.

Eine weitere Neuerung ist die Übernahme von Aufgaben zur Aufbereitung und Verbreitung von Umweltdaten durch das Umweltbundesamt, dieses soll informationspflichtige Stellen im Hinblick auf einen verbesserten Informationszugang unterstützen und koordinieren.

Workshopunterlagen zum Projekt "Integriertes Management - Kosten/Nutzencheck"

Unterlagen zu einem Pilotprojekt zum Thema integriertes Management, das im Auftrag des Umweltministeriums, des BMVIT, AUVA und der Wirtschaftskammer Österreich durchgeführt werden, sind jetzt verfügbar.

In den Pilotprojekten zeigte sich, dass Management, welches die Bereiche Sicherheit/Gesundheit, Umwelt und Qualität verbindet, einerseits zu höherer Effizienz, Flexibilität und Transparenz führt und andererseits sich bestens zur Ermittlung von Verbesserungs- und Einsparungspotenzialen eignet.

In den Workshopunterlagen wird die Methodik „Integriertes Management – Kosten-/Nutzencheck“ erläutert und mit Praxisbeispielen hinterlegt. Damit können Vertreter von Betrieben/Institutionen mit geringem Aufwand die Bereiche Sicherheit/Gesundheit, Umwelt und Qualität zu einem Integrierten Management zusammenführen und ermitteln, welche Kosten bzw. welcher Nutzen in diesen Bereichen bereits entstanden ist. Gleichzeitig werden Synergien und Verbesserungspotenziale offengelegt.

Sie können die Unterlagen hier bestellen.

Neues aus Niederösterreich

Hier finden Sie den Newsletter des Ökomanagement NÖ-Club.

Neues aus Oberösterreich
Hier erfahren Sie Neues von der ÖkoBeratung.
Neues aus Salzburg

Hier finden Sie weitere News des Umweltservice Salzburg.

Neues aus der Steiermark

Neuigkeiten von der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit können Sie unter www.oeko.at nachlesen.

Neues aus Wien
Neues vom ÖkoBusinessPlan Wien lesen Sie hier.
Veranstaltungen

Lokale Agenda 21 in action
Tagung

Die Fachtagung "Lokale Agenda 21 in action" thematisiert Erfahrungen und Strategien der Städte Hannover, Nottingham, Helsinki, Bratislava und Barcelona mit der Umsetzung der Lokalen Agenda 21 und macht sie für die Stadtentwicklung in Wien nutzbar. ExpertInnen nachhaltiger Stadt(teil)entwicklung sind eingeladen, sich am Diskurs zu beteiligen.

Veranstalter: Verein Lokale Agenda 21 Wien
Termin: 07.12.2004
Ort: Kardinal König Haus, 1130 Wien

Teilnahmegebühr: kostenlos
Weitere Informationen und Anmeldung: www.la21wien.at, domenig@plansinn.at

Energie sparen im Büro und Kosten senken
Tagung  

Konzepte beim Neubau und der Sanierung von Büro- und Dienstleistungsgebäuden werden diskutiert und anhand von Vorzeigeprojekten präsentiert.  Energieeffiziente Beleuchtungssysteme und aktuelle Entwicklungen im Bereich Lüftung/Klimatisierung werden vorgestellt. Tipps zum Energiesparen im Büro und Informationen zu sparsamen Bürogeräten runden das Programm ab. Darüber hinaus wird das neue Branchenenergiekonzept für Büro- und Dienstleistungsgebäude präsentiert.

Veranstalter: Ökoberatung
Termin: 09.12.2004
Ort: Wirtschaftskammer Linz, Hesseplatz 3, 4020 Linz
Teilnahmegebühr:
kostenlos
Weitere Informationen und Anmeldung:
www.oekoberatung.at

CSR-orientierte Neuproduktentwicklung
Workshop

In diesem Workshop werden Kenntnisse für eine Produktentwicklung nach CSR-Grundsätzen (Übernahme der Produzenten-Verantwortung und Kenntnis der Verlängerungs- bzw. Intensivierungsmöglichkeiten der Nutzungsdauer von Produkten und Services) vermittelt. Praxisorientierte Instrumente und Lösungsansätze (MIPS, PROSA-Methode, Stage-Gate-Prozess, ökosozialer Unternehmenstest) werden vorgestellt.

Veranstalter: ASD Business Academy
Termin: 24.01.2005
Ort:
Haus der Industrie, Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien
Teilnahmegebühr:
EUR 480 exl. USt
Weitere Informationen und Anmeldung: www.asd.at

Mitteleuropäische Biomassekonferenz 2005
Konferenz

Die Mitteleuropäische Biomassekonferenz 2005 will einen aktuellen Überblick über neueste wirtschaftliche und technologische Entwicklungen auf dem Gebiet der energetischen Nutzung der Biomasse – Wärme, Strom und Treibstoffe – bieten. Ein Schwerpunkt liegt in der Analyse der Situation der Bioenergie im erweiterten Europa, wobei vor allem die Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Marktentwicklung präsentiert werden.


Veranstalter: Österreichischer Biomasseverband
Termin: 26.-28.01.2005
Ort: Messe Center Graz, Messeplatz 1, 8010 Graz, Österreich
Teilnahmegebühr: EUR 60
Weitere Informationen und Anmeldung:
www.eva.ac.at

Gemeindekooperationen und Netzwerke
Lokale Agenda 21 - Impulstreffen

Beim Impulstreffen werden unter Anderem die Fragestellungen behandelt, wie LA 21-Prozesse effizient gestaltet werden können. Die mit den Aktivitäten verbundenen Herausforderungen, sowie Möglichkeiten zur Entlastung des Budgets bei Umweltprojekten durch gezielte Kooperation mit benachbarten Gemeinden werden besprochen.

Veranstalter: Land OÖ
Termin: 29.01.2005
Ort: Landwirtschaftskammer für OÖ, Auf der Gugl 3, 4020 Linz
Teilnahmegebühr: 25 Euro, für Vertreter/innen von LA 21-Gemeinden kostenlos

Weitere Informationen und Anmeldung
: www.ooe.gv.at, +43 (732) 7720 / 14407 

Aktuelle Rechtsinformation
Aktuelle österreichische Gesetzblätter, Bundes- und Landesrecht können Sie unter www.ris.bka.gv.at, EU-Rechtsakte unter www.europa.eu.int/eur-lex abrufen.
Impressum

 

Herausgeber: Ökomanagement NÖ-Club
Im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Design: Fa. PROCONCEPT
Chefredaktion: Anna Podovalova
Geschäftsführer: Hans Günter Plescher MAS
Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien
Tel./Fax: 01 / 714 5690
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2721 Bad Fischau-Brunn
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