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Editorial

Der stattfindende Klimawandel ist zur Zeit in aller Munde: Inzwischen sind sich so gut wie alle Regierungen der Welt bewusst, dass die Änderung unseres Klimas rasche Maßnahmen erfordert. Doch nicht mehr nur von Vorbeugung, sondern auch von Anpassung ist die Rede: Der neue Bericht zum Klimawandel in Europa zeigt auf, dass einige Auswirkungen nicht mehr abzuwenden sind, hier müssen Wege gefunden werden, mit der neuen Realität zu leben.
Positiv zu bemerken ist allerdings, dass die bereits unternommenen Schritte für den Umwelt- und Klimaschutz in Europa erste Früchte tragen: Erstmals seit 2 Jahren sind die CO2-Emissionen in der EU gesunken. Die neue Prognose der Treibhausgasemissionen der EU-Länder für die nächsten Jahre zeigt auf, dass das Klimaziel mit vereinten Kräften zu erreichen ist.
Die Anstrengungen, die diesbezüglich unternommen werden, reichen vom neuen Leitfaden der EU zur "grünen" Beschaffung bis hin zum neuen Programm des Lebensministeriums, solar:wärme, und weiteren Preisen und Ausschreibungen für nachhaltiges Handeln auf nationaler Ebene. Auch die langfristige Perspektive wird nicht vernachlässigt: Die EU-Kommission beschäftigt sich bereits mit der Klimapolitik nach der "Testphase" des CO2-Handels: Damit auch Sie diese Politik mitbestimmen können, läuft derzeit ein Stakeholdergespräch im Internet.
Mehr zu diesen neuen Maßnahmenpakete und Strategien lesen Sie in dieser Ausgabe des Newsletters.

Maßnahmen zum verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt sind jedoch nicht nur von Regierungsseite gefragt. Engagement der Privatwirtschaft kann enorm zur nachhaltigen Entwicklung unseres Wirtschaftsraumes beitragen. Aus diesem Grund wurde kürzlich auch die Einführung eines neuen ISO-Standards für Corporate Social Responsibility beschlossen. Mehr über Inhalte und Ziele des neuen Standards lesen Sie in dieser Ausgabe.


Ihr Ökomanagement NÖ-Club

Im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

Exportchance Nachhaltigkeit

Das zentrale Thema der im Frühjahr 2004 angelaufenen Initiative „go-international“ ist die Förderung österreichischer Exporte, die zu einem großen Teil zum Wirtschaftswachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in Österreich beitragen. Die Steigerung von Exporten sollte jedoch nicht auf Kosten der Umwelt, und somit langfristig auch der Lebensqualität, gehen.
Die Österreichischen Strategie zur Nachhaltigen Entwicklung hat diesem Thema einen ausführlichen Bericht gewidmet, der die Situation der österreichischen Exporte beschreibt und Tipps gibt, wie nachhaltiger Export erreicht werden kann. Die Eckpunkte des Berichts können Sie hier nachlesen: 

Der Anteil der Umwelttechnologieexporte liegt im Vergleich zu den anderen österreichischen Exportgütern mit 2,8% der gesamten Exporte auf einem sehr geringen Niveau. Führend sind die noch immer die Bereiche Maschinen, Medizin- und Chemieerzeugnisse – Produktgruppen, mit denen im Allgemeinen eine erhöhte Umweltbelastung einhergeht.  Die Herausforderung liegt daher dabei, einen Strukturwandel der österreichischen Wirtschaft hin zu einer nachhaltigen Entwicklung herbeizuführen. Österreichs Expertise auf dem Gebiet der Umwelttechnik – und hier vor allem bei Solar- und Wasserkraft sowie Abfallaufbereitung – steht ein großer und stark wachsender Markt gegenüber, der besser bearbeitet werden könnte. So sollen Exporte nicht nur innerhalb Europas, sondern weltweit gefördert werden.

Dabei liegt der Schwerpunkt bei der Förderung des Exportes von Umwelttechnologie, d.h. aller Tätigkeiten, die sich mit der Herstellung von Waren und der Erbringung von Dienstleistungen zur Messung, Vermeidung, Begrenzung, Minimierung oder Beseitigung von Umweltschäden sowie mit Problemen im Zusammenhang mit Abfall, Lärm und Ökosystemen befassen. Dazu gehören auch die Entwicklung und Verbreitung integrierter Techniken und umweltfreundlicher Erzeugnisse, sowie Ressourcenmanagement. Auf diese Weise soll auch der Wissens- und Technologietransfer von Nord nach Süd begünstigt werden.
Zum Zweck der Förderung nachhaltiger Exporte wurden eine Reihe von Maßnahmen ergriffen: Unter anderem sollen Unternehmen mit Investitionsförderungen, Weiterbildungsmaßnahmen, Markterschließung und Marketing beim – oftmals ersten – Schritt ins Ausland begleitet und unterstützt werden.
Eine der Säulen der Strategie sind Direktinvestitionen ins Ausland (so z.B. über Klimaschutzmechanismen Joint Implementation und Clean Development Mechanisms). Diese sollen zu mehr Wertschöpfung im Zielland sowie zu einem verstärkten Wissenstransfer beitragen und werden daher verstärkt gefördert (www.ji-cdm-austria.at).
Die Initiative klima:aktiv unterstützt Exportprojekte im Bereich erneuerbarer Energien mit Informations- und Marketingarbeit. Das Netzwerk „Austrian Environment“ (www.austrian-environment.at) mit mehr als 1300 nachhaltig agierenden Partnern kann von Unternehmen zur Kostensenkung – z.B. durch gemeinsame Forschung und Markteintritt – in Anspruch genommen werden. Auf www.umwelttechnik.co.at wird den österreichischen Umwelttechnikfirmen außerdem die Möglichkeit geboten, ihre Entwicklungen einem breiten internationalen Verbraucherspektrum nahe zu bringen.
Für die Deckung der mit Direktinvestitionen sowie Forschungsprojekten verbundenen finanziellen Risiken, die vor allem innovative, jedoch oft finanziell schwächere Klein- und Mittelunternehmen schwer treffen, bietet die Austria Wirtschaftsservice GmbH Garantien an, durch die bis zu 100% des Risikos auf den staatlichen Garantiegeber übergehen.
Für die Exportfinanzierung können Kredite der Österreichischen Kontrollbank AG in Anspruch genommen werden.

Langfristig wird mit dem Maßnahmenpaket ein Exportvolumen von 100 Mrd. Euro angestrebt. Nicht vergessen darf bei allen Initiativen zur Exportförderung jedoch eines: Für eine nachhaltige Entwicklung sollte für einige Produktgruppen – so z.B.  Lebensmittel – die Strategie der Regionalisierung angestrebt werden, dass heißt lokale Produkte bevorzugt werden.

Einen Überblick über die Maßnahmen der Exportoffensive finden Sie auf www.go-international.at. Die Reportage der österreichischen Strategie zur Nachhaltigen Entwicklung zum Thema "Exportchance Nachhaltigkeit" finden Sie hier.

Neuer Bericht zum Klimawandel in Europa

Ein vor kurzem von der Europäischen Umweltagentur (EEA) veröffentlichter Bericht zeigt auf, dass der Klimawandel in Europa bereits im Gange ist und Anpassungsstrategien gebraucht werden, um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen abzumildern. 

So liegt der C02-Gehalt in der Atmosphäre bereits 34% über dem Niveau vor Beginn der industriellen Revolution. Die 1990er-Jahre waren das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der Aufzeichnungen, und die drei heißesten Jahre (1998, 2002 und 2003) dieses Zeitraums lagen in den letzten sechs Jahren. Das Tempo der globalen Erwärmung hat fast 0,2 °C pro Dekade erreicht, in Europa, das stärker von den Auswirkungen der Erwärmung betroffen ist, beträgt der Temperaturanstieg im Schnitt 0,95 °C, und für dieses Jahrhundert rechnet man mit sogar mit 2,0 °C - 6,3 °C, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen weiter zunimmt.
Gleichzeitig hat sich die durchschnittliche Anzahl von wetter- und klimabedingten Katastrophen (extremen Wetterereignissen wie Hagelschlag und Stürmen wie auch extremen Witterungsperioden wie Hitzewellen und Hochwässern) in den 1990er-Jahren gegenüber dem Jahrzehnt davor verdoppelt. Die damit verbundenen wirtschaftlichen Verluste haben sich in den letzten 20 Jahren auf fast 11 Milliarden US$ jährlich um mehr als 100% zugenommen.
Auch die Biodiversität in Europa ist betroffen, bereits jetzt ist eine Änderung des Verhaltens von wildlebenden Tieren in Europa beobachtbar – Zugvögel ziehen im Winter nicht mehr fort, einige Arten ziehen sich immer mehr in kühlere Gebiete zurück. Die Klimaerwärmung könnte mit dem Aussterben von bis zu 30% der Tier- und Pflanzenarten in Mitteleuropa verbunden sein. 

Die Klimafolgen einer Temperaturerhöhung von über 2°C – und eine solche ist sehr wahrscheinlich – übersteigen jedoch die derzeitige Anpassungskapazität der EU-Länder.
Umfassende weitere Maßnahmen auf europäischer, regionaler, nationaler und lokaler Ebene werden daher notwendig sein, um sich für die nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte an das unausweichliche Phänomen Klimaerwärmung anzupassen.
Während jedoch einige Folgen, z.B. durch veränderte Landnutzung, langfristig abgefangen werden können, ist Schutz vor extremen Klimaereignissen nur schwer möglich. Hier liegen demnach auch mit die größten Gefahren für die Volkswirtschaften Europas. Alle namhaften Rückversicherungen rechnen mit einem starken Anstieg der Extremata und geben dieses Risiko zum Teil bereits an Ihre Kunden weiter.

Der Bericht der EEA kann unter http://reports.eea.eu.int/climate_report_2_2004/en abgerufen werden.

Prognose für Treibhausgasemissionen in den EU-15 und weltweit

Zum ersten Mal seit zwei Jahren ist ein leichter Rückgang der Treibhausgasemissionen der „alten“ 15 EU-Staaten zu vermerken: Die Emissionen sind zwischen 2002 und 2001 um 0,5% gesunken. Damit liegen sie 2,9 Prozentpunkte unter dem Basisjahr 1990. Angepeilt wird ein Minus von 8% bis 2008-2012.

Gründe für die Reduktion sind das wärmere Wetter der letzten Jahre, das Einsparungen beim Verheizen fossiler Stoffe ermöglichte, und das langsamere Wachstum der verarbeitenden Industrie. Auch Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen wie die kontinuierliche Umstellung von Kohle auf Gas und die Verringerung der Methanemissionen aus Mülldeponien tragen Früchte.
Eine Zunahme war jedoch bei den Emissionen aus der Strom- und Wärmeerzeugung sowie, mit Ausnahme Deutschlands, aus dem Straßenverkehr zu verzeichnen. 

Geht man von einem linearen Rückgang der Emissionen zwischen 1990 und dem Zeitraum 2008-2012 aus, hätten die Emissionen bis zum Jahr 2002 um 4,8 % sinken müssen. Auf dieser Grundlage sind bisher lediglich vier Länder, Frankreich, Deutschland, Schweden und das Vereinigte Königreich, den Vorgaben nachgekommen.
Doch auch Österreich ist zuversichtlich, sein Klimaziel erreichen zu können. Umweltminister Pröll spricht von einer „Punktlandung“, die mit den bereits ergriffenen Maßnahmen möglich sei. Auch das Umweltbundesamt hält diese Prognose für möglich, betont aber, dass Faktoren wie die Wirtschafts- und Verkehrsentwicklung schwer einzuschätzen seien. Empfehlenswert wären weitere Maßnahmen, vor allem solche zur Reduktion des privaten Verkehrs.

Die weltweiten CO2-Emissionen sind allerdings weit von einem Rückgang entfernt. Anfang September wurde ein Bericht des World Business Council for Sustainable Development auf dem Welt-Energiekongresses vorgestellt, der die Entwicklung der weltweiten Emissionen für die nächsten 50 Jahre beschreibt. Demnach könnten sich die Emissionen bis 2050 aufgrund des Wachstums der Weltbevölkerung und des Wirtschaftswachstums in Entwicklungsländern verdoppeln oder sogar verdreifachen. Emissionen von Kraftfahrzeugen werden selbst unter dem positivsten Szenario noch bis 2030 ansteigen.
Umweltmaßnahmen würden nur zögernd beschlossen und greifen nur langsam. Gefragt sei eine Veränderung der Lebens- und Konsumgewohnheiten der Bevölkerung, doch gerade diese braucht am meisten Zeit.

Ein Bericht mit den jüngsten Emissionszahlen kann hier eingesehen werden. Informationen zum World Business Development Council finden Sie unter  www.wbcsd.ch.

Nachhaltige Energie schwierig, aber möglich

Auf dem 19. Weltenergiekongress, der im September stattfand, wurde die zukünftige weltweite Energieversorgung vorgestellt. Dabei sind sich die Delegierten einig, dass eine nachhaltige Energieversorgung nicht einfach, aber machbar sei.

Dabei wurde der Stellenwert von Forschung zur Entwicklung neuer Technologien betont. Die steigenden Energiepreise lassen die Entwicklung von Alternativen noch dringlicher erscheinen, hohe Energiepreise könnten bald bis zu 2 Billionen Menschen von der Energieversorgung ausschließen.
Jedoch sei die Beseitigung fossiler Energiequellen aus Wirtschaft und Verkehr nur langfristig möglich, da es Zeit bräuchte, um konventionelle Transportmittel und Kraftwerke zu ersetzen. Allein der Ersatz von mit Benzin betriebenen Autos könne drei bis vier Jahrzehnte dauern, die Lebensdauer von Kraftwerken ist noch um Einiges länger bemessen.
Ein vorzeitiger Ausschluss von konventionellen Energiequellen wäre aufgrund der damit verbundenen Investitionen vor allem von Entwicklungsländern schwer zu verkraften.
Andererseits seien alternative Energiequellen noch nicht reif für Nutzung in großem Maßstab.
Angesichts der auf kurze Sicht beschränkten Möglichkeiten, die Energiesituation zu ändern, sowie des steigenden weltweiten Energiebedarfs und der limitierten fossilen Energieressourcen sei daher eine Stabilisierung des CO2-Ausstoßes auf dem derzeitigen Niveau das primäre Ziel.
Zu erreichen sei dies mit einer Kombination aus zunehmend nachhaltigen Energiequellen, anderen Energieffizienzmaßnahmen – wie Niedrigenergiegeräten und -häusern, und einer Änderung der Lebensgewohnheiten (so z.B. betreffend die Nützung öffentlicher Verkehrsmittel).

Als robust und daher auch „nachhaltig“ sei jedoch nur ein ausgewogener Mix aus jeweils mehreren fossilen sowie erneuerbaren Energiequellen zu bezeichnen. Dabei gebe es kein Universalrezept für Nachhaltigkeit, die Situation jedes Landes müsse mitberücksichtigt werden. Unter diesem Aspekt sei auch die vermehrte Nutzung von Kernkraft in Betracht zu ziehen.

Den Bericht zur Konferenz können Sie hier herunterladen.

Handbuch für Grüne Öffentliche Beschaffung veröffentlicht

Vor kurzem veröffentlichte die Europäische Kommission ein Handbuch zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung. Darin wird erklärt und mit Beispielen untermauert, wie öffentliche Einrichtungen wie z.B. Schulen, Krankenhäuser und Behörden den Umweltaspekt stärker beim Einkauf von Waren und Dienstleistungen berücksichtigen können.

Bei der Beschaffungsentscheidung sollten die in Verbindung mit der Herstellung, dem Transport und der Entsorgung der eingekauften Güter verbrauchten Energie und Ressourcen miteinberechnet werden. Alle – auch die sozialen –, mit einem Produkt während dessen gesamten Lebenszyklus verbundenen, Kosten sollen damit erfasst werden.
Das Handbuch soll mit Informationsmissständen bezüglich grüner Beschaffung aufräumen und somit den Weg zu einer stärkeren Verbreitung nachhaltiger Güter ebnen – denn trotz der Anfang dieses Jahres erlassenen EU-Richtlinie zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung schließen nur ca. 19% aller betroffenen Organisationen Umweltaspekte ausreichend in ihre Einkaufsentscheidungen ein. Die Hauptgründe dafür sind ein Wissensmangel, wie Umweltkriterien in Ausschreibungen berücksichtigt werden können, Budgetengpässe – aufgrund anfänglich höher erscheinenden Kosten umweltfreundlicher Produkte – und Rechtsunsicherheit.  
Grüne öffentliche Beschaffung soll dazu beitragen, die Nachfrage nach ökologisch verträglichen Gütern zu steigern und – durch Bevorzugung von wiederverwertbaren und die Umwelt weniger belastenden Waren und Dienstleistungen – auch Steuergelder sparen helfen.

Öffentliche Beschaffung macht 16% des EU-BIP aus und hat somit großen Einfluss auf die Umweltsituation in Europa. Würden alle europäischen Einrichtungen ihren Energiebedarf aus nachhaltigen Energiequellen decken, könnten bereits 18% der CO2-Reduktion des europaweiten Kyoto-Ziels erreicht werden.

Auf das Handbuch können Sie hier zugreifen.

EMAS-Logo auf Verpackungen

Im August dieses Jahres fiel ein EU-Beschluss, der die Verwendung des EMAS-Logos auf Verpackungen genauer definiert und die Verwendung des EMAS-Logos auf „tertiären“ bzw. Transportverpackungen zulässt.

Bisher war die Verwendung des EMAS-Logos auf jeder Art von Produktverpackung untersagt, da das EMAS-Zeichen nichts über die Eigenschaften einer Ware an sich aussagt, sondern über die Umwelteigenschaften des Produzenten sowie der Produktionsverfahren. Eine Verwechslung mit Produktzeichen sollte somit vermieden werden.
Das EMAS-Logo kommt stattdessen auf Webseiten, in Firmenbroschüren sowie auf Gebäuden und Fahrzeugen zum Einsatz.
Der Beschluss ändert die EMAS-Legislative insofern ab, als nunmehr zwischen drei verschiedene Kategorien von Produktverpackungen differenziert wird: Primärverpackungen stellen gemeinsam mit dem Produkt eine Verkaufseinheit dar (z.B. Milchpackung). Sekundärverpackungen werden dazu verwendet, das mehrere Einheiten des Produkts zusammenzufassen („Sechserpack Bier“). Beide Kategorien können vom Konsumenten direkt mit dem Produkt assoziiert werden. Anders sieht es mit Tertiärverpackungen aus; diese werden für den Transport von Gütern verwendet und sollen es vor Beschädigung bei Warenumschlag und Beförderung schützen. Ein illustratives Beispiel für eine Tertiärverpackung wären die Plastiktaschen eines Supermarktes. Da Tertiärverpackungen keinen Rückschluss auf die befördertem Produkte zulassen, ist gegen eine Verwendung des EMAS-Logos darauf nichts einzuwenden.
Ausgenommen von der Definition der Tertiärverpachkung sind LKW-, Eisenbahn-, Schiffs- und Luftfahrtcontainer.

Die Anbringung des Logos auf Verpackungen stellt vor allem für kleine Produzenten einen wirkungsvollen Weg dar, ihr Umweltengagement dem Endverbraucher zu kommunizieren.

Den Beschluss der Kommission können Sie hier abrufen.

Gravierende Mängel bei der Umsetzung von EU-Umweltrecht

Im fünften Jahresbericht der Kommission über die Umsetzung des EU-Umweltrechts wird von gravierenden Mängeln der einzelnen Mitgliedsstaaten bei der Einführung und Durchsetzung der Maßnahmen gesprochen.

Die Bilanz zum Ende des Jahres 2003: In 88 Fällen wurden Richtlinien nicht zeitgerecht und 118 Fällen nicht korrekt umgesetzt, in weiteren 95 Fällen wurden „sekundäre“ mit den Richtlinien verbundene Auflagen – wie z.B. die Erarbeitung von Zeitplänen – nicht erfüllt. Dabei haben Frankreich, Griechenland, Italien, Irland und Spanien die schlechtesten Leistungen vorzuweisen. Die meisten Verstöße wurden in den Bereichen Wasser, Abfall, Naturschutz und bei der Begutachtung von Umweltauswirkungen neuer Legislative gezählt.
Umweltkomissarin Margit Wallström spricht von einem Schwall an Beschwerden von Seiten der Bevölkerung, NGOs und des Parlaments. Der Umweltsektor nimmt in der europäischen Politik mit 509 laufenden Klagen und 505 neuen Beschwerden den dritten Platz nach Anzahl der Verstöße ein. Es ist damit von einem nicht zufriedenstellenden Niveau an Umweltschutz, der den Bürgern Europas geboten wird, die Rede.

Um die Umsetzung der Umweltpolitik zu verbessern, sind zeitaufwendige Klagen beim Europäischen Gerichtshof jedoch nicht unbedingt das effizienteste Mittel. Ein von der Kommission entwickelter, proaktiver Ansatz sieht daher bereits bei der Ausarbeitung und Implementierung neuen Umweltrechts reguläre Treffen mit nationalen Stellen und „technische Hilfestellung bei der Implementierung“ vor.

Den Bericht der Europäischen Kommission finden Sie unter http://europa.eu.int/comm/environment/law.

Stakeholdergespräch für zukünftige Klimapolitik gestartet

Die Europäische Kommission hat ein Internet-basiertes Stakeholdergespräch eröffnet, das die zukünftige Entwicklung der europäischen Klimapolitik zum Thema hat. 

Die Fragen, die im Gespräch mit allen Interessensgruppen – Bürgern, NGOs, öffentlichen Entscheidungsträgern, Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft – geklärt werden sollen, drehen sich vor allem darum, wie die Klimaschutzpolitik nach Auslaufen der ersten Phase des Kyoto-Protokolls 2012 aussehen soll.
Die Meinungen und die Expertise der Öffentlichkeit sollen so in die mittel- und langfristige Strategie der EU im Kampf gegen den Klimawandel einfließen. Resultate des Stakeholdergesprächs werden in einer öffentlichen Konferenz im November 2004 besprochen und sind auch ein Thema bei der Umweltkonferenz der Kommission im Frühjahr 2005.
Durch die stärkere Beratung mit allen Interessensgruppen soll der EU-Umweltpolitik frühzeitig eine klare Richtung gewiesen werden. Von der Vorhersagbarkeit künftiger Politiken und der damit geschaffenen Stabilität und Rechtssicherheit soll auch die europäische Wirtschaft profitieren. 

Meinungen zum Thema Klimaschutzpolitik können noch bis Ende Oktober unter http://europa.eu.int/comm/environment/climat/future_action.htm abgegeben werden.

klima:aktiv-Programm solar:wärme angelaufen

Am 8. September, anlässlich der Eröffnungsfeier des Symposiums "Gleisdorf Solar 2004", fiel der Startschuss für das klima:aktiv Programm „solarwärme“.

Das Impulsprogramm solarwärme ist bereits das dritte Programm des Lebensministeriums im Rahmen seiner Strategie klima:aktiv zur Erreichung der Klimaschutzziele, das seine Arbeit für energieeffizientere Technologien und Dienstleistungen in Österreich aufnimmt.
solarwärme ist ein Programm zur Steigerung des Einsatzes von Solarkollektoren in Einfamilienhäusern, bei Wohnbauträgern und bei Tourismusbetrieben. Das 4-jährige Programm gibt der breiten Umsetzung solarthermischer Systeme in Österreich einen wichtigen Impuls und bildet die Basis für die Stärkung der führenden Position österreichischer Unternehmen am boomenden europäischen Solarmarkt. Wichtige Teile des Programms sind langfristig angelegte Beratungs-, Ausbildungs- und Qualitätssicherungsmaßnahmen für Unternehmen, Wohnbauträger und Professionisten.
Mit der Umsetzung des vom Lebensministerium und der österreichischen Solarindustrie getragenen Programms wurde ein Konsortium bestehend aus AEE Intec, Austria Solar und Arsenal Research beauftragt.

Näheres über das Programm solar:wärme finden Sie unter www.programm.klimaaktiv.at.

Neuer ISO-Standard für Social Responsibility

Kürzlich wurde von ISO der Entwicklungsprozess eines neuen internationalen Standards für Social Responsibility gestartet. Der Standard soll als leicht verständliche Orientierungshilfe auch für Nicht-Spezialisten im betrieblichen Alltag dienen, und nicht als festes Regelwerk verstanden werden. Der neue "Social Resposibility"-Standard soll auf bereits bestehenden zwischenstaatlichen Übereinkommen aufbauen und zusätzlichen Wert schaffen, sie jedoch nicht ersetzen.
Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der nationalen ISO-Mitglieder sowie Experten aus allen Stakeholdergruppen, soll die Erarbeitung des Standards ab September 2004 übernehmen.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich sehr positiv zu der Arbeit von ISO und meinte, die ISO-Standards für Gesundheit, Umwelt, Sicherheit, Transport und Informationstechnologien trügen beträchtlich zu einer weltweiten nachhaltigen Entwicklung bei; er kündigte eine verstärkte Zusammenarbeit mit ISO in der Zukunft an.

Eine Zusammenfassung der Überlegungen zur Einführung des Standards sowie seiner Inhalte finden Sie in diesem Bericht.
Den Beschluss zur Erarbeitung des neuen Standards können Sie hier abrufen.

ÖGUT Umweltpreis für Mittel- und Osteuropa ausgeschrieben

Der ÖGUT Umweltpreis 2004 Mittel- und Osteuropa wird in der Kategorie „Erfolgreiche Umsetzungsprojekte (Umweltschutz und Umwelttechnologie) in Mittel-, Ost- und Südosteuropa“ vergeben. Bewerben können sich Projektträger bereits  in ost- bzw. südosteuropäischen Staaten umgesetzter Projekte, die:

  • erfolgreich Ökologie und Wirtschaft verbinden; 

  • gute Wirtschaftsdaten vorweisen und;

  • dazu überzeugende Projektdaten vorlegen.

Der Hauptpreis beträgt 2.200 Euro und wird auf maximal zwei Gewinner verteilt. Der Preis wird von Henkel Central Eastern Europe gesponsert.

Nähere Informationen dazu finden Sie unter www.umwelttechnik.co.at.

NachhaltigkeitsTATENbank sucht neue Projekte

Die NachhaltigkeitsTATENbank, eine online auf der Seite der Österreichischen Strategie zur Nachhaltigen Entwicklung abrufbare Sammlung innovativer Projekte, die zur nachhaltigen Entwicklung Österreichs beitragen, wird ausgebaut. Gesucht werden neue Projekte.

Nachhaltige Projekte werden von Experten der Wirtschaftsuniversität Wien geprüft und betreut und online in deutscher und englischer Fassung publik gemacht. So sind Projekte einem breiten Spektrum von Interessensgruppen und potentiellen Kunden zugänglich.
Unter den bis Ende Oktober 2004 neu eingetragenen Projekten wird außerdem ein kostenloser Monat mit dem Segway® Human Transporter, dem innovativsten Verkehrsmittel der letzten Jahre, verlost.

Mehr dazu erfahren Sie unter www.nachhaltigkeit.at.

Neues aus Niederösterreich

Der Ökomanagement NÖ-Club veranstaltet in Kooperation mit Umwelt Management Austria eine Seminarreihe zum Thema Klimaschutz und den Chancen, die sich aus Klimaschutzmaßnahmen ergeben (siehe auch unter "Termine"). Die Ablaufbeschreibung zur Veranstaltung finden Sie hier.

Hier finden Sie den Newsletter des Ökomanagement NÖ-Club.

Neues aus Oberösterreich
Hier erfahren Sie Neues von der ÖkoBeratung.
Neues aus Salzburg

Umweltservice Salzburg lädt Vertreter lösungsmittelverarbeitender Unternehmen und Interessierte zu einer Informationsveranstaltung zum Thema der neuen VOC-Anlagenverordnung (siehe auch unter "Termine"). Die Einladung zur Veranstaltung finden Sie hier.

Hier
finden Sie weitere News des Umweltservice Salzburg.

Neues aus der Steiermark

Die Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit (WIN) hat ab Oktober eine neu designte Homepage ! www.oeko.at wurde inhaltlich und optisch neu gestaltet, um den Zielgruppen eine noch bessere Übersicht über die Intentionen und Programme der WIN und mehr Infomationen zum Thema Nachhaltiges Wirtschaften anbieten zu können.

Neues aus Wien
Neues vom ÖkoBusinessPlan Wien lesen Sie hier.
Veranstaltungen

VOC-Anlagenverordnung
Informationsveranstaltung

Diese Veranstaltung behandelt die mit 2005 in Kraft tretende VOC-Verordnung, die die Emissionen bestimmter flüchtiger organischer Verbindungen (wie sie z.B. in Lackierereien, Druckereien oder bei der Arzneimittelherstellung entstehen können) betrifft. Die neuen Anforderungen, die an die betroffenen Unternehmen gestellt werden (einzuhaltende Grenzpläne, Erstellung einer Lösemittelbilanz und eines Reduktionsplanes, etc.), werden besprochen. 
Die Einladung zur Veranstaltung und das Anmeldeformular finden Sie hier.

Veranstalter: Umweltservice Salzburg
Termin: 05.10.2004
Ort: Wirtschaftskammer Salzburg, Julius-Raab-Platz 1, 5020 Salzburg
Teilnahmegebühr:
kostenlos
Weitere Informationen und Anmeldung:
info@umweltservicesalzburg.at, +43 (662) 8888-562

Clean Med Europe
Kongress

Thema dieses Kongresses sind die oft erheblichen Gesundheitsbelastungen, die durch das Gesundheitswesen verursacht werden. Es werden daher Wege aufgezeigt über ökologische Beschaffung, umweltverträgliche Gebäude, grüne Chemie, Umweltmanagementsysteme, etc. Nachhaltigkeit für Gesundheitseinrichtungen zu erreichen.

Veranstalter: Institut für Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen, u.A.
Termin: 06.-08.10.2004
Ort:
Messezentrum Wien
Teilnahmegebühr:
EUR 390 (EUR 190 für Studenten)
Weitere Informationen und Anmeldung: www.cleanmed.org

Impulsprogramm Nachhaltig Wirtschaften - Zukunftsperspektiven
Tagung  

Bei dieser Veranstaltung werden die Evaluierungsergebnisse und die Zwischenbilanz des Impulsprogramms Nachhaltig Wirtschaften vorgestellt. Das 1999 gestartete Programm, das die Programmlinien "Haus der Zukunft", "Fabrik der Zukunft" und "Energiesysteme der Zukunft" umfasst, vergab während dessen Laufzeit über 250 innovative Projekte, einige davon werden auf der Tagung vorgestellt. Im Rahmen einer Diskussion über die weitere Entwicklung wird auch Raum für Anregungen zur zukünftigen Abwicklung des Impulsprogramms Nachhaltig Wirtschaften geschaffen.

Veranstalter: BMVIT, Forschung für Nachhaltige Entwicklung
Termin: 12.10.2004
Ort: TechGate Vienna, Donau-City-Straße 1, 1220 Wien
Teilnahmegebühr:
kostenlos
Weitere Informationen und Anmeldung:
http://nachhaltigwirtschaften.at/, +43 (1) 712 1707-301 

Energy Efficacy in IPPC Installations
Konferenz  

Diese Konferenz hat zum Ziel, den europäischen Informationsaustausch zum Thema Energieeffizienz zu fördern. Energieeffizienz soll dabei von einer politischen, rechtlichen und technologischen Perspektive betrachtet werden. Vertreter aller relevanten Arbeitsbereiche aus ganz Europa sprechen u.A. über rechtliche Rahmenbedingungen, innovative Energielösungen und Energieeffizienzmanagement. 

Veranstalter: Umweltbundesamt
Termin: 21.-22.10.2004
Ort: Austria Trend Parkhotel Schönbrunn, Hietzinger Hauptstraße 10-20
Teilnahmegebühr:
EUR 250 bis Ende September 2004 / EUR 300 ab Oktober 2004
Weitere Informationen und Anmeldung
: www.umweltbundesamt.at, +43 (1) 313 04 5507    

Gewinn mit Klimaschutz
Seminarreihe 

Während dieser dreitägigen Seminarreihe (genaue Beschreibung siehe oben) wird praxisnah beschrieben, wie Unternehmen von der europäischen Klimaschutzstrategie profitieren können. Spitzenreferenten aus Wissenschaft und Praxis trainieren die Erstellung einer Klimastrategie und besprechen im Zusammenhang mit Klimaschutz entstehende Innovationspotentiale.

Veranstalter: Umwelt Management Austria, Ökomanagement NÖ-Club
Termin: 16.-18.11.2004
Ort: Springer-Schlössl, Tivoligasse 73, 1120 Wien
Teilnahmegebühr:
wird noch bekanntgegeben (kostenlos für Ökomanagement NÖ-Club Mitglieder)
Weitere Informationen und Anmeldung: +43 (1) 216 4120 uma1@utanet.at, www.uma.or.at

Partnerbörse für Erneuerbare Energien für Mittel- und Osteuropa 
Konferenz
 

Diese Konferenz für Vertreter aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung bietet neben Vorträgen über aktuelle Themen betreffend Erneuerbare Energien die Möglichkeit, Kooperationspartner für Internationalisierungsaktivitäten (Produktentwicklung, Lizenzvereinbarungen, F&E) zu finden. Über 300 Teilnehmer aus Mittel- und Osteuropa werden erwartet.

Veranstalter:
arsenal research, BIT (IRC), Energie Verwertungsagentur, Ökostrom Agentur, u.A.
Termin:
17.-20.11..2004  
Ort:
Wirtschaftskammer Österreich, Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
Weitere Informationen:
events@arsenal.ac.at, www.bit.or.at/energy, +43 (50550) 6484

EMAS und Emissionshandel
Tag der offenen Tür  

Das Detailprogramm zur Veranstaltung wird noch bekanntgegeben.

Veranstalter: BMLFUW
Termin: 24.11.2004
Ort: Salzburg
Teilnahmegebühr:
kostenlos
Weitere Informationen und Anmeldung:
www.oewav.at

"Abfall als Gefahrgut"-Tag
Tagung

An diesem Tag erfahren Sie Wissenswertes über die geänderten Abfallrechts- und Gefahrgutbestimmungen und ihre Auswirkungen auf Unternehmen. Es wird auf die neuen Pflichten von Abfallbeauftragten, und insbesondere auch auf die Haftung im Zusammenhang mit Abfallrecht, eingegangen. Praxisbeispiele runden die Veranstaltung ab.
Die Einladung und das Anmeldeformular zur Veranstaltung finden Sie hier.

Veranstalter: Kitzler Verlag
Termin: 25.11.2004
Ort:
Intercity Hotel, Mariahilferstraße 122, 1070 Wien
Teilnahmegebühr:
EUR 288 exl. USt
Weitere Informationen und Anmeldung: office@kitzler-verlag.at, +43 (1) 713 5334-85

Aktuelle Rechtsinformation
Aktuelle österreichische Gesetzblätter, Bundes- und Landesrecht können Sie unter www.ris.bka.gv.at, EU-Rechtsakte unter www.europa.eu.int/eur-lex abrufen.
Impressum
Herausgeber: Ökomanagement NÖ-Club
Im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Design: Fa. PROCONCEPT
Chefredaktion: Anna Podovalova
Geschäftsführer: Hans Günter Plescher MAS
Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien
Tel./Fax: 01 / 714 5690
club@oekomanagement.at
Fa. PROCONCEPT Unternehmensberatung
Polly & Partner
2721 Bad Fischau-Brunn
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