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Editorial

In dieser Ausgabe berichten wir über das soeben gestartete zweite EU-Programm für den Klimaschutz (ECCP II), welches den Rahmen für EU-Klimaaktivitäten nach 2012 vorgibt, und auch als Basis für die internationalen Gespräche zum Klimaschutz, die Ende November in Montreal stattfinden, dienen wird: Im Besonderen soll auch die USA von den neuen Zielen der EU, die einen deutlich stärkeren Schwerpunkt auf saubere Technologien legen als noch beim ersten ECCP, überzeugt werden.
Außerdem lesen Sie mehr über die mangelhafte Umsetzung der Richtlinie zur integrierten Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (IVU) in den EU-15: Jetzt werden zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um die flächendeckende Genehmigung von Industrieanlagen - die zum Ziel hat, das Funktionieren der Anlagen nach besten verfügbaren Techniken sicherzustellen - planmäßig bis Oktober 2007 abzuschließen.
Auch in Österreich gibt es einiges Neues aus dem Bereich Umwelt: Vor kurzem wurde ein neues klima:aktiv Programm gestartet, dass energieffiziente Betriebe fördert. Außerdem berichten wir über die vor wenigen Tagen dem Nationalrat vorgelegte Novelle zum Immissionsschutzgesetz-Luft, das Bund und Ländern eine Reihe neuer Maßnahmen zur Feinstaubbekämpfung in die Hand gibt.
Österreichs aktuelle Umwelterfolge spiegeln sich sowohl in einer aktuellen Studie des WIFO über die österreichische Umwelttechnikindustrie, als auch in der Preisverleihung des europäischen EMAS-Award, bei dem sich ein nachhaltiger und innovativer Rauchfangkehrerbetrieb aus Österreich erfolgreich gegen die internationale Konkurrenz durchsetzte. Auch darüber finden Sie in diesem Newsletter genauere Informationen.
 

Ihr Ökomanagement NÖ-Club

Im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

Zweites europäisches Programm zur Klimaänderung (ECCP II) gestartet

Am 24. Oktober wurde auf einer Konferenz in Brüssel der Beginn des zweiten europäischen Programms zur Klimaänderung (ECCP II) bekanntgegeben. Das Programm bildet den Rahmen für künftige Klimaschutzmaßnahmen, ausgerichtet auf die Zeit nach 2012 (nach Ende der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls).

EU-Umweltkomissar Dimas präsentierte die Sicht der EU betreffend den weiteren Handlungsbedarf für den Schutz des Klimas: Der Fokus der Klimaschutzmaßnahmen wird künftig noch stärker auf Innovationen und saubere Technologien, die Einbindung aller emittierender Sektoren (wie Straßenverkehr und Luftfahrt), sowie marktbasierte Instrumente gerichtet sein.
An der Stakeholder-Konferenz nahmen etwa 450 Delegierte aus einer breitem Spektrum von Interessensgruppen (Wirtschaft, NGOs, Regierungen) teil. Ziel der Konferenz war, Inputs von allen betroffenen Gruppen für die Umsetzung der Maßnahmen zu sammeln.

Im Rahmen des ersten im Jahr 2000 initiierten ECCP-Programms wurden 42 innovative Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen in der Union festgelegt - ein Großteil der Maßnahmen wurde zum heutigen Zeitpunkt bereits implementiert, so z.B. der Emissionshandel, Energieeffizienz-Standards für Häuser, Autos und strombetriebene Geräte. Mit den bereits umgesetzten Maßnahmen gelang es, die Emissionen in der EU gegenüber 1990 um 5,5% zu senken. Allerdings zeigt die aktuelle Trendumkehr (zwischen 2002 und 2003 wurde ein Anstieg der Emissionen um 1,5% verzeichnet), dass weitere Schritte gesetzt werden müssen, um das Kyotoziel einer 8%-igen CO2-Reduktion bis 2012 zu erreichen.

Auf der Stakeholder-Konferenz wurden daher Arbeitsgruppen zu den Kernthemen des ECCP II gebildet:

  • Revision des ECCP I: Diese Arbeitsgruppe wird den Prozess der Umsetzung des ersten ECCP beleuchten und die Fortschritte der einzelnen Mitgliedsstaaten bewerten, um Verbesserungspotentiale aufzuzeigen.
  • PKW-Straßenverkehr: Straßenpassagierverkehr ist - mit einem 20%igen Anstieg der Emissionen aus dem Straßenverkehr gegenüber 1990 - eine der am stärksten wachsenden Emissionsquellen in der EU. Ziel der Arbeitsgruppe ist es daher, Wege zur einer effizienten Einbindung der Teilnehmer am Passagierverkehr (wie Ölfirmen, Autohersteller, die öffentliche Verwaltung, und PKW-Besitzer) in das Klimaschutzprogramm zu finden.
  • Luftfahrt: Auch die Luftfahrt (obwohl bisher nur mit 3% an den Gesamtemissionen der EU beteiligt) unterminiert mit ihrem starken Wachstum die Erfolge der Klimaschutzmaßnahmen. Die dritte Arbeitsgruppe wird sich daher mit technischen Möglichkeiten zur CO2-Reduktion im Bereich der Luftfahrt beschäftigen.

  • Geologische Bindung und Lagerung von CO2: Technisch bereits im Bereich des möglichen, soll diese Gruppe Möglichkeiten aufzeigen, die Methode zur unterirdischen Speicherung von CO2 sicherer und günstiger zu gestalten.

  • Anpassung an den Klimawandel: Die letzte Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit den unvermeidbaren Anpassungsmaßnahmen, die im Zusammenhang mit der bereits stattfindenden Klimaänderung gesetzt werden müssen.

Erste Resultate der Arbeitsgruppen werden für das Jahr 2006 erwartet.

Weitere Informationen zur Stakeholder-Konferenz erhalten Sie unter http://www.europa.eu.int/comm/environment/climat/eccp.htm.
Mehr zur Klimapolitik der EU post 2012 lesen Sie auch auf folgender Homepage: http://www.europa.eu.int/comm/environment/climat/future_action.htm.

Thematische Strategie für Schutz der Meeresumwelt vorgestellt
Im Oktober stellte die EU-Kommission eine neue thematische Strategie für den Schutz und Erhalt der marinen Umwelt in der Union vor.

Diese hat zum Ziel, die Meeresumwelt bis 2021 deutlich zu verbessern, und sieht dafür die Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsstaaten bei der Gestaltung und Umsetzung von Plänen zum Erhalt der marinen Biodiversität vor.
Mit der Strategie soll der Verschmutzung der Meere und der Degradation der Küstenökosysteme, verursacht durch Überfischung, Verschmutzung durch Ölteppiche, Landwirtschaft und Klimaänderung, Einhalt geboten werden. Dadurch soll nicht nur der Umwelt, sondern auch den auf sauberes Wasser angewiesenen Branchen (allen voran dem Tourismus und Fischerei) geholfen werden.
Für die Erreichung dieser Ziele notwendig ist die verstärkte Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten: Um den regionalen Unterschieden Rechnung zu tragen, werden im Richtlinienvorschlag die EU-Meere in drei Regionen (Baltisches Meer / Atlantik, und Mittelmeer) unterteilt, für die sich mehrere Mitgliedsstaaten die Verantwortung teilen. Auch die Zusammenarbeit mit angrenzenden nicht EU-Staaten soll forciert werden. Jeder Staat soll zunächst eine Bestandsaufnahme der aktuellen Umweltsituation durchführen und innerhalb von sechs Jahren nach Inkraffttreten der Richtlinie Ziele zur Verbesserung definieren. Bis 2016 ist ein Plan für einen guten Umweltzustand in ihren jeweiligen Meeresgewässern mit klaren Umweltzielen und Überwachungsprogrammen zu entwickeln. Mit der Umsetzung soll spätestens 2018 begonnen werden.
Auf der EU-Ebene sind keine spezifischen Verwaltungsmaßnahmen vorgesehen, jedoch müssen die Pläne von der Kommission geprüft und genehmigt werden.

Die Kosten des Programms werden auf 90 Mio. Euro in den ersten beiden Jahr, und auf 70 Mio. Euro im Jahr danach geschätzt – und betragen damit nur einen Bruchteil dessen, was stattdessen für die Beseitigung von Umweltschäden ausgegeben werden müsste (allein die Kosten künftiger Öltankerunfälle werden auf über eine Milliarde Euro geschätzt).

Eine gemeinsame Stellungnahme von acht Umweltgruppen, darunter Greenpeace, WWF und Oceania, kritisiert die neue Strategie als unzureichend, da sie keine konkreten Umweltziele enthalte. Sie betrachtet es als zentrale Aufgabe der Kommission, eine rechtlich verbindliche Definition einer gesunden Meeresumwelt mit Zielen zu deren Erreichung zu setzen.
In einem nächsten Schritt wird die Strategie vom Parlament geprüft werden, ein Prozess, der bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen kann. Im Rahmen dieses Prozess sollen die Meinungen aller Stakeholdergruppen einfließen und mögliche Verbesserungsvorschläge erarbeitet werden.

Die Meeresstrategie ist eine der sieben thematischen Strategien, die die Kommission laut dem sechsten Umweltaktionsprogramm der EU erstellen muss. Die Programme betreffen neben der Meeresumwelt die Luftverschmutzung, Abfallbehandlung, Nutzung von Ressourcen, Böden, Pestizide, und städtische Umwelt. Die Strategie zur Bekämpfung der Luftverschmutzung wurde bereits im September vorgestellt, die anderen Strategien folgen im Verlauf der nächsten Monate.

Mehr zur EU-Strategie für den Schutz und Erhalt der marinen Umwelt erfahren Sie unter http://158.166.167.18:8080/comm/environment/water/marine.htm.

Mangelhafte Umsetzung von EU-Kerngesetz für industrielle Emissionen (IVU-Richtlinie)
Ein kürzlich von der Europäischen Kommission veröffentlichter Bericht über die Umsetzung der Richtlinie zur integrierten Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (IVU) in den EU-15 spricht von erheblichen Verzögerungen und Mängeln bei der Umsetzung dieses wichtigen EU-Instrumentes.

Die IVU-Richtlinie (engl. IPPC – Directive on Integrated Pollution Prevention and Control) ist ein Kernstück der EU-Umweltschutzgesetzgebung. Die Richtlinie hat zum Ziel, die von größeren industriellen Aktivitäten (Industriebetrieben, Energieversorgung, landwirtschaftlichen Grossbetrieben, etc.) ausgehenden Schadstoffemissionen in die Luft, das Wasser und den Boden zu regulieren und zu begrenzen. Die Richtlinie trat 1999, drei Jahre nach ihrem Beschluss 1996 in Kraft.
Neue industrielle Anlagen dürfen seitdem nur mit einer Genehmigung der zuständigen nationalen Behörde, die ihnen „beste verfügbare Techniken“ bescheinigt, in Betrieb gehen. Bis Oktober 2007 müssen auch alle bestehenden industriellen Anlagen die gesetzlichen Vorgaben zur Gänze erfüllen.

Die Richtlinie wurde laut Bericht mit beträchtlichen Verzögerungen umgesetzt – erst 2004 hatten alle Mitgliedsstaaten das neue Gesetz implementiert.
Zudem bestehen beträchtliche Unterschiede und Mängel bei der Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht. Österreich (das die IVU-Richtlinie allerdings erst nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes wegen der unvollständigen Umsetzung implementiert hat), gehört aktuell neben Finnland und Schweden zu den einzigen Ländern, denen eine EU-konforme Umsetzung bestätigt wurde. Gegen acht Mitgliedsstaaten sind hingegen Vertragsverletzungsverfahren anhängig.
Der Bericht der Kommission kommt weiters zum Schluss, dass auch die praktische Anwendung der Richtlinie unzureichend ist. Im Berichtzeitraum zwischen 2000 und 2002 wurden 5.545 Bescheide erteilt. Das entspricht nur rund 13% der 45 000 europäischen Anlagen, die von der neuen Regelung erfasst werden. Die schleppende Umsetzung lässt befürchten, das nicht alle Genehmigungen rechtzeitig bis Ende Oktober 2007 erteilt werden können.

Die Kommission drängt die Mitgliedstaaten daher zu größeren Anstrengungen zur Einhaltung der Durchführungsfrist im Oktober 2007. Der dafür ins Leben gerufene Aktionsplan beinhaltet eine Reihe konkreter Maßnahmen, mit denen die rechtzeitige Umsetzung sichergestellt werden soll: So werden Indikatoren, insbesondere bezüglich Anzahl identifizierter Anlagen und ausgestellter Genehmigungen zur Messung der Fortschritte herangezogen werden. Diese müssen von den Behörden auch öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Kommission wird außerdem selbstständig Anlagen prüfen um festzustellen, inwieweit die erteilten Genehmigungen mit den Anforderungen der Richtlinie übereinstimmen. Auch die Fertigstellung der für die Umsetzung wichtigen Leitfäden und Referenzdokumente wird beschleunigt und soll bis Ende 2005 abgeschlossen sein.

Die IVU-Richtlinie wird außerdem bis 2007 von der Kommission überprüft werden, um ihr Funktionieren zu verbessern: So werden Möglichkeiten untersucht, die bestehende Gesetzgebung zu vereinfachen, um größere positive Umwelteffekte zu erreichen; gewisse legale und technische Fragen sollen geklärt; und die Ergebnisse der neuen sieben thematischen Strategien zum Umweltschutz einbezogen werden. Um einer engen und statischen Erfüllung der Richtlinie durch die Anlagenbetreiber vorzubeugen, wird zudem der Einsatz marktbasierter Instrumente diskutiert werden.
Die Umsetzung der Richtlinie durch die Mitgliedsstaaten bis Oktober 2007 wird durch die Untersuchung der Kommission jedoch nicht berührt.

Informationen zu der IVU-Gesetzgebung, sowie den Bericht zum Stand der Umsetzung können Sie auf http://www.europa.eu.int/comm/environment/ippc/ippc_report.htm abrufen.

Bericht: Erneuerbare Energien brauchen auch weiterhin Unterstützung
Die EU-Kommission hat kürzlich die nationalen Fördersysteme der EU-Mitgliedsstaaten für Erneuerbare Energien begutachtet. Anlässlich dazu wurde ein Bericht des Zentrums für europäische Integrationsforschung veröffentlicht, der für die Verlängerung der Förderungen bis 2015, und für eine Harmonisierung der nationalen Fördersysteme plädiert.

Die Förderung durch garantierte Einspeisetarife und -volumen muss laut Bericht zumindest bis 2015 erhalten bleiben, um Investitionen in erneuerbare Energiequellen zu stützen.
Außerdem wird für eine weitere Entwicklung der Erneuerbaren in Europa eine Vereinheitlichung der nationalen Fördersysteme als notwendig erachtet. Die EU-Richtlinie zur Förderung der Erneuerbaren Energien, die 2001 in Kraft trat, sieht keine einheitlichen Methoden vor - die Mitgliedsstaaten haben daher seitdem unterschiedliche nationale Fördersysteme umgesetzt: Das Einspeisetarif-System garantiert dabei Produzenten die Abnahme "grüner Energien" über einen definierten Zeitraum zu Fixpreisen, die meist über den Marktpreisen liegen. Das Quotensystem, das von anderen Mitgliedsstaaten angewendet wird, legt Quoten für Ökoenergie fest, die - beispielsweise von Stromproduzenten, Netzen oder Verbrauchern - eingehalten werden müssen.
Der Bericht konstatiert, dass nationale Systeme zwar derzeit gut funktionieren, aber eine Marktbarriere für den Binnenmarkt darstellen können, wenn die Ökoenergie weiter (wie derzeit mit 5% jährlich) wächst. Außerdem gingen auf diese Weise Skalenökonomien verloren, die mit einem einheitlichen System erreicht werden könnten. Da eine Harmonisierung zum jetzigen Zeitpunkt - nachdem die Mitgliedsstaaten eben erst nationale Systeme eingeführt haben - nicht einfach zu bewerkstelligen ist, wird eine schrittweise Angleichung vorgeschlagen.

Im Übrigen gibt der Bericht folgende Vorschläge zur weiteren Unterstützung von Ökoenergie:

  • Über 2010 hinausgehende Ziele sollten festgelegt werden, um Investitionssicherheit zu fördern. Die Ziele sollten hoch genug sein, um Erneuerbaren Energien weiter Antrieb zu geben, jedoch nicht so hoch, dass negative Auswirkungen auf energieintensive Wirtschaftssektoren befürchtet werden müssten.
  • Harmonisierte, verlässliche und genaue Ursprungszeugnisse für Energie sollten eingeführt werden, um Handelsbarrieren beim grenzüberschreitenden Handel mit Ökoenergien zu beseitigen.
  • Der Ausbau und die Verbesserung von Netzen ist notwendig für die stärkere Verbreitung von Erneuerbarer Energie im europäischen Stromnetz.
  • Mitgliedsstaaten sollten den aktuellen Bericht der Kommission nutzen, um Anpassungen in ihren Fördersystemen mit Bezug auf Best Practices vorzunehmen.
  • Die EU-Energie- und Umweltpolitik müssen besser koordiniert werden, um die Kohärenz von Zielen und Maßnahmen sicherzustellen. Insbesondere verfolgen der Emissionshandel und die Richtlinie zur Förderung der Erneuerbaren Energien unterschiedliche Ziele, was sich negativ auf die Förderung von Ökoenergien durch die Mitgliedsstaaten auswirken könnte.
  • Die Möglichkeit der Integration von Nicht-EU-Staaten in das EU-System zur Förderung von Erneuerbaren muss untersucht werden.

Der Bericht wurde von den meisten Interessensgruppen positiv aufgenommen und als guter Kompromiss, angesichts der weit auseinander laufenden Ansichten zur Förderung von Ökoenergien, angesehen. Seine Empfehlungen werden auch in die derzeitige Diskussionsphase, die auf den Abschluss der Begutachtung der nationalen Fördersysteme durch die EU-Kommission folgt, einfließen.
In der Begutachtung der Kommission selbst findet sich kein Vorschlag für die Harmonisierung der Systeme. Allerdings nennt die Kommission positive Beispiele als Anregung für die nationalen Systeme der einzelnen Staaten: So habe sich insbesondere das System der Einspeisetarife, wie es beispielsweise von Deutschland und Spanien angewendet wird, als besonders effektiv erwiesen. Die Mitgliedsstaaten werden zudem aufgefordert, die umständlichen Zulassungsverfahren, die von der Kommission als größte Barriere für den Zugang weiterer Energielieferanten zum System identifiziert wurden, abzuändern.

Die EU-Richtlinie zur Förderung der Erneuerbaren Energien legt einen Ökoneergieanteil von 12% am Gesamtenergieverbrauch fest, der bis 2010 von den Mitgliedsstaaten erreicht werden muss.
In der EU wird derzeit verstärkt an der Umsetzung dieses Ziels gearbeitet: So ist in den nächsten Wochen und Monaten die Verabschiedung eines Aktionsplanes für die Unterstützung von Biomasse geplant. Zudem werden die Möglichkeiten erwogen, noch vor 2007 neue Vorgaben für den Anteil an Erneuerbaren festzulegen; vom EU-Parlament wurde dabei ein Ziel von 20% bis 2020 vorgeschlagen. Bis Ende des Jahres wird die Kommission außerdem einen Bericht zum Stand der Umsetzung der Richtlinie zu Erneuerbaren Energien vorlegen.

Mehr zur EU-Politik zur Förderung Erneuerbarer Energiequellen finden Sie unter http://europa.eu.int/comm/energy/res/legislation/electricity_member_states_en.htm.

Startschuss für das Programm "klima:aktiv energieeffiziente Betriebe"
Im Oktober 2005 startete das klima:aktiv Programm energieeffiziente Betriebe, das Energieeinsparungen in produzierenden Industrie- und Gewerbebetrieben forciert.
Mit dem Programmmanagement hat das Lebensministerium die Österreichische Energieagentur beauftragt.

klima:aktiv, die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums bringt mit zielgruppenorientierten Programmen ein neues Element in die österreichische Klimaschutzpolitik: Aktive Markttransformationsimpulse in Kooperation mit den Akteuren am Markt sollen die Marktanteile von Klima schonenden Technologien und Dienstleistungen rasch erhöhen und damit den Wirtschaftsstandort Österreich stärken. Dadurch soll der Energieverbrauch gesenkt und eine CO2-neutralen Energienutzung forciert werden. "klima:aktiv energieeffiziente Betriebe" ist eines von rund 20 zielgruppenspezifischen klima:aktiv Programmen. Hauptanliegen dieses im Oktober gestarteten Programms ist es, die Anstrengungen der Wirtschaft zu unterstützen, durch effizienzsteigernde Maßnahmen und den Einsatz von innovativen Technologien markante Energieeinsparungen in produzierenden Industrie- und Gewerbebetrieben zu erreichen.

In Anbetracht der hohen noch ungenutzten Einsparpotenziale im KMU-Bereich werden Einspareffekte in der Größenordung von jährlich rund 60.000 MWh Endenergie durch das Programm erwartet. Die mit dieser Einsparung einhergehende CO2-Reduktion beläuft sich auf rund 45.0000 Tonnen. Aufgrund steigender Preise für Öl, Gas und Strom sind immer mehr Betriebe in Österreich von sich aus an Energiesparmöglichkeiten bzw. an der Entwicklung und Umsetzung von Effizienzmaßnahmen interessiert – immerhin sorgen die anhaltend hohen Energiepreise für die raschere Amortisation der notwendigen Investitionen.

Das Programm "klima:aktiv Energieeffiziente Betriebe" bietet spezielle Informations- und Beratungsangebote für Industrie und Gewerbe, um auf breiter Ebene das Bewusstsein über mögliche Einsparpotenziale in den Betrieben zu wecken. Es zeigt Möglichkeiten bzw. Maßnahmen zur Erschließung dieser Potenziale auf und bietet Hilfestellung und Unterstützung für die Umsetzung dieser Maßnahmen.

Der führende Hersteller von Aluminiumpulver – die in Ranshofen ansässige Firma Mepura – ist österreichweit das erste Unternehmen, das im Rahmen von "klima:aktiv energieeffiziente Betriebe" Maßnahmen zur Steigerung der betrieblichen Energieeffizienz umsetzt. Allein durch die Installation eines speziellen Energiesparsystems – "Durga" – kann die Firma Mepura ihren Stromverbrauch um 5,2 % reduzieren. Das innovative System wurde erst vor wenigen Jahren zur Marktreife entwickelt und kommt bereits bei über 400 Firmen in Holland und Deutschland sehr erfolgreich zum Einsatz. Die TU Graz wurde mit der Überprüfung des Systems beauftragt und konnte die Einspareffekte einwandfrei bestätigen. Mit ihrer Teilnahme am Programm leistet die Firma Mepura nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, sondern kann darüber hinaus wirtschaftliche Vorteile aus der Einsparung elektrischer Energie lukrieren.

Mehr zu klima:aktiv und dem Programm energieffiziente betriebe finden Sie auf www.klimaaktiv.at und www.energyagency.at.

Immissionsschutzgesetz-Luft-Novelle im Parlament vorgelegt
Die kürzlich dem Parlament zur Beschlussfassung vorgelegte Novelle zum Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) soll ein Eckstein für eine effiziente Bekämpfung der Feinstaubbelastungen werden.

Die Möglichkeiten der Länder, umfassende Maßnahmenpakte zu schnüren, werden laut Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft mit der Novelle ausgeweitet.
Mit der Novelle des Immissionsschutzgesetzes-Luft (IG-L) wird der bisherige Katalog von Einzelmaßnahmen wie Verkehrsbeschränkungen, Auflagen für Anlagen, Einschränkungen für das Verbrennen im Freien etc. zu einem umfassenden Programm, das auch Bewusstseinsbildung, Förderungen etc. enthalten kann, erweitert. Dadurch werden die Möglichkeiten der Länder deutlich ausgeweitet. Darüber hinaus werden Zielwerte für Arsen, Kadmium, Quecksilber, Nickel und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in der Luft in das Regime des IGL integriert und bis 2012 in verbindliche Grenzwerte umgewandelt. Weiters werden mit der Novelle die Öffentlichkeitsbeteiligung und die Strategische Umweltprüfung im Bereich des IG-L ausgebaut.
Die Novelle zum IG-L setzt bei den Hauptverursachern an und soll es den Ländern effizient ermöglichen Spitzenbelastungen in Ballungsräumen zu senken. Die Maßnahmenpakete der Länder können so im Verkehrsbereich und im Bereich der Wirtschaft auf bereits vom Bund bestehende Angebote und Regelungen anknüpfen. Nachdem der Bund bereits die Dieselpartikelfilter bei Neuwagen fördert, kann die Nachrüstung älterer Dieselfahrzeuge von den Ländern gefördert sowie das Angebot für öffentliche Verkehrmittel verbessert werden.  Im Bereich der Industrieanlagen und der Baumaschinen stellt der Bund bereits bis Ende 2006 7,5 Millionen Euro aus der Umweltförderung im Inland für die Reduktion von Feinstaub zur Verfügung. Auch hier können die Länder weitergehende Maßnahmen setzen.

Kritik an der Novelle, die bereits den Ministerrat passiert hat und in zwei Wochen im Nationalrat beschlossen werden soll, kommt hingegen von der Opposition.
Die SPÖ beanstandet, dass die Novelle zu viele Ausnahmeregelungen enthalte. Die Grünen hingegen kritisieren, dass laut geplanter Gesetzesänderung Reduktionsmaßnahmen erst nach Feststellung von Feinstaub-Grenzwertüberschreitungen ergriffen werden müssten, und nicht - wie von der EU festgelegt - vorbeugend bei drohender Überschreitung. Laut Grünen lasse das neue Gesetz einen Spielraum von bis zu 21 Monaten zwischen Messung der Feinstaubemissionen und Maßnahmensetzung. Zudem orten sie eine Verweichlichung der Zulassungskriterien für neue Betriebsanlagen: Selbst in belasteten Gebieten müssten neue Anlagen zugelassen werden, wenn sie dem neuesten Stand der Technik entsprechen und die neuen Emissionen durch Einsparungen in der Zukunft kompensiert werden. Das entsprechende Programm der betreffenden Behörde müsse dabei lediglich eine Aufzählung der beabsichtigen Reduktionsmaßnahmen enthalten. Auch die vorgesehene notwendige Zustimmung des Verkehrsministers zu Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen und Schnellstraßen, die sich über mehr als drei Monate erstrecken, wird kritisiert. 

Mehr zum Entwurf der Novelle zum Immissionsschutzgesetz finden Sie unter www.lebensministerium.at

Europäischer EMAS-Award verliehen
Herbert Aichinger von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission verlieh im Rahmen der internationalen EMAS-Konferenz in Villach vor 200 Teilnehmern aus West- und Osteuropa die EMAS Awards 2005. Damit werden Mikrounternehmen, Klein- und Mittel- sowie Großbetriebe mit über 250 Mitarbeitern für ihre hervorragenden Umweltleistungen ausgezeichnet. Unter den 30 Nominierungen waren je Kategorie ein bis zwei österreichische Unternehmen und insgesamt drei Kunden der Quality Austria GmbH nominiert.

EMAS Award an innovativen Rauchfangkehrerbetrieb aus Österreich

In der Kategorie Mikrounternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern setzte sich die Firma Engelbrechtsmüller Rauchfangkehrer und Heizungsservice aus Waidhofen an der Ybbs gegen nominierte Betriebe aus Tschechien, Deutschland, Italien und Griechenland durch. Peter Engelbrechtsmüller: „Nachhaltigkeit heißt Taten setzen, deshalb pflanzen wir für jedes Gespräch mit einem unserer Kunden, das diesen dazu anregt, seine Heizanlage auf Erneuerbare Energien (z.B. Pellets-Heizung) umzustellen und für jede tatsächlich umgestellte Heizanlage einen Baum. Mehr als 3.500 Bäume wurden bisher gesetzt und jede Woche werden es mehr.“ Als Heizungsservice-Betrieb will Engelbrechtsmüller mit dem EMAS-Aufforstungswald das Bewusstsein für erneuerbare Energien fördern. Engelbrechtsmüller betreut in den Regionen Waidhofen, Ybbsitz und Sonntagberg mehr als 10.000 Haushalte.

Konrad Scheiber, Geschäftsführer der Quality Austria GmbH „Wir gratulieren unserem Kunden, der Fa. Engelbrechtsmüller, für diese großartige internationale Auszeichnung. Der EMAS Award 2005 ist nur die logische Konsequenz in einer erfolgreichen Unternehmensentwicklung! Mit dieser Auszeichnung wird aber nicht nur die besondere Umweltperformance belohnt, sie fördert auch den Bekanntheitsgrad und das positive Image des Rauchfangkehrers und Heizungsservice Engelbrechtsmüller.“

Meilensteine der Erfolgsgeschichte der Firma Engelbrechtsmüller

Im Jahr 2000 wurde die Firma Engelbrechtsmüller erstmals nach ISO 9001:1994 und ISO 14001 durch die ÖQS zertifiziert. 2001 folgte die Begutachtung nach EMAS-VO als erster Rauchfangkehrerbetrieb in Europa und 2002 die Ausstellung des Rauchfangkehrer-Gütezeichens. Im selben Jahr wurde dem Betrieb der österreichische EMAS-Preis durch den damaligen Umweltminister Molterer verliehen. 2004 veröffentlichte Engelbrechtsmüller Rauchfangkehrer und Heizungsservice seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht (inkl. Umwelterklärung), der von der ÖQS validiert wurde und für den er den AERA-Preis 2004 (2. Platz in der Kategorie KMU) erhielt.

EMAS – Quo Vadis?

Unter dem Motto „cases and visions“ stand die internationale EMAS Konferenz 2005 unter Beteiligung von 200 Vertretern aus allen EU-Ländern.
„In Europa sind derzeit über 4.200 EMAS-Standorte registriert“, sagt Herbert Aichinger von der EU Kommission, DG Umwelt. In Deutschland und Österreich hat sich die Entwicklung stabilisiert. In Spanien und Italien werden starke Zuwächse an EMAS-Standorten beobachtet. 60% sind Klein- und Mittelbetriebe. Lebensmittelverarbeitung und die Chemieindustrie sind als Branchen am stärksten vertreten. Wachsende Sektoren sind Tourismus und öffentliche Einrichtungen.

Umweltmanagement rechnet sich nachweislich

Gergely Tóth, KÖVET-INEM Hungária: „Unsere Studie über Kosten und Nutzen von Umweltmanagement in Ungarn macht sehr deutlich, dass mit einfachen Maßnahmen die Umwelt deutlich entlastet und erhebliche Kosten eingespart werden können.“ 344 Firmen wurden zu ihrer Umweltperformance befragt. 40 davon waren nach der ISO 14001 zertifiziert. Die ungarischen Industriebetriebe mit einem aktiven Umweltmanagement konnten die Energie- und Materialeffizienz um 17% gegenüber der Vergleichsgruppe höher steigern. Die Abfallentsorgungskosten konnten um 20% mehr gesenkt werden. „Durch die Zertifizierung ist es den ungarischen Betrieben wesentlich leichter gefallen, neue Exportmärkte zu erschließen“, betont Tóth. Zertifizierte Unternehmen konnten auch wesentlich von strategischen Vorteilen wie besseres Image, wesentlich höher motivierte Mitarbeiter und Rechtssicherheit profitieren. Die Modernisierung der Umweltstandards der ungarischen Industrie werde in den nächsten acht bis zwölf Jahren circa 1,9 Milliarden Euro kosten, aber die Einsparungen würden von KÖVET-INEM Hungária auf ca. drei bis 4,4 Milliarden Euro geschätzt. Audi Hungaria Motor Kft war der erste EMAS-Standort in Ungarn. Seit 1999 ist es uns gelungen, das Abfallaufkommen je Motor um circa ein Fünftel zu reduzieren und gleichzeitig die Motorproduktion auszubauen“, sagt DI László Vagdalt, Umweltbeauftragter bei Audi Hungaria Motor Kft.

Mehr Produktorientierung in EMAS?

Dänemark ist dabei, ein nationales System für Environmental Product Declarartion (EPDs) aufzubauen. 25 Unternehmen aus verschiedenen Branchen wirken am Pilotprojekt mit. Brigitte Nielsen, Valør & Tinge GmbH: „Das System soll freiwillig sein und ist international angelegt. Die Basis bilden die internationalen Standards ISO 14025 und 14040.“ Damit soll der Lebenszyklusgedanke in der Wertschöpfungskette gefördert werden. Nielsen sieht in den EPDs eine Ergänzung zu Umweltlabels und Umwelterklärungen. Mit Beginn 2007 soll das dänische Pilotprojekt offiziell am Markt starten.

Michael Schemmer, Senior Direktor für Umwelt, Sicherheit und Gesundheit bei Bombardier Transportation in Deutschland betont, dass EMAS durch den Punkt 7 Produktplanung im Annex IC bereits heute einen großen Spielraum gebe, EMAS produktorientierter zu gestalten. Bombardier nutze diesen Spielraum bereits bei Lieferungen von U-Bahnen, Straßenbahnen oder Lokomotiven. Teilweise werden vom Auftraggeber Umweltprodukterklärungen bereits in Ausschreibungen gefordert, so Schemmer. „Wir setzen sie aber auch gezielt ein, um uns gegenüber den Mitbewerbern abzuheben. “ Schemmer ist überzeugt, dass EMAS eine Alternative darstellen könnte, den Inhalt einer Umweltprodukterklärung (EPD) zu validieren.

Grüne Beschaffung in Kopenhagen

Im Jahre 2000 hat die Stadt Kopenhagen beschlossen, konsequent eine grüne Beschaffungspolitik zu verfolgen. „Bis 2009 werden alle Abteilungen und Organisationen der Stadt Kopenhagen EMAS implementiert haben“, erklärt Jørgen Lund Madsen von der Umweltschutzbehörde Kopenhagens. 46 Institutionen hätten bereits EMAS. Im Zuge einer Ist-Analyse habe man festgestellt, dass 2004 knapp 20 Prozent des gesamten Einkaufs zentral erfasst sei. Mit der neuen Beschaffungspolitik wolle man den zentralen Einkauf nicht nur stärken, sondern auch Umweltaspekte stärker berücksichtigen. Madsen: „Bis 2007 müssen 80% aller Zulieferer EMAS oder ISO 14001 vorweisen können.“ Ab 2007 werden auch keine PVC-Produkte mehr angenommen. Technische Geräte müssen einen niedrigen Energieverbrauch aufweisen. Produkte mit Umweltlabel sollen forciert werden. „30% aller Zulieferer haben bereits EMAS“, ergänzt Madsen.

Visionen

„Die Begutachtung durch unabhängige Dritte, Legal Compliance, kontinuierliche Verbesserung und die Einbindung der Mitarbeiter sind wesentlich Elemente, die zur Glaubwürdigkeit von EMAS beitragen“, so Aichinger. An diesen Elementen wolle man festhalten. Derzeit werden im Revisionsprozess verschiedene Weiterentwicklungsmöglichkeiten von EMAS diskutiert. Besser Lesbarkeit der Verordnung sei ein Ziel. Inwieweit EMAS bei Verwaltungsvereinfachungen unterstützen könnte, EMAS sich dem Thema Corporate Social Responsibility öffnen sollte oder EMAS auch eine Produktdimension dazu bekomme, seien Fragen, mit den sich die Kommission in den nächsten Monaten intensiv beschäftigen werde. Der erste Entwurf von EMAS III wird voraussichtlich Ende 2005 vorliegen.
Bericht: Spitzenplatz für Österreichs Umwelttechnologie
Eine von Umweltminister Josef Pröll und WKO-Vizepräsident Richard Schenz am 19. Oktober 2005 präsentierte Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) bestätigt eindrucksvoll: Umwelttechnikindustrie gehört zu den am schnellsten wachsenden Industriezweigen in Österreich.

Demzufolge hat sich dieser Umweltschutzsektor zu einem gesamtwirtschaftlich bedeutenden Beschäftigungsfeld mit weit überdurchschnittlichen Zuwachsraten in Österreich entwickelt. Im Jahr 2003 waren insgesamt 17.200 Beschäftigte, das sind 3,3 % der Sachgüterindustrie, in der österreichischen Umwelttechnikindustrie tätig. Der Bogen spannt sich von Anlagenbau und Filtertechnik über Abfall- und Abwasserbehandlung bis hin zu sauberen Technologien. Der Umsatz hat sich seit 1993 mehr als verdoppelt, so dass Österreichs Firmen im Jahre 2003 Umwelttechnik im Wert von 3,78 Milliarden Euro verkaufen konnten. Davon gehen rund 65 Prozent in den Export.

Anhand der Wachstumsraten zeigt sich deutlich, dass die österreichische Umwelttechnikindustrie (UT) stärker als die übrige Sachgüterproduktion wächst (Umsatz: UT +7,3%, Sachgüter: +3,5%; Beschäftigte: UT +2,3%, Sachgüter: -0,3%). Auf den Märkten in Westeuropa, zunehmend in Mittel-, Ost- und Südosteuropa sowie - mit Ausbaupotenzial - auch in Lateinamerika, Asien und Afrika zeigt sich die Umwelttechnik „Made in Austria“ sehr wachstumsstark, dynamisch, innovativ und technologisch hoch entwickelt. Angesichts des enormen zukünftigen Umwelttechnik-Bedarfs in Staaten wie Indien und China wird sich dieses Exportwachstum auch in den nächsten 5-10 Jahren fortsetzen.

Österreich hat sich heute bereits einen Spitzenplatz im Umwelttechnologiebereich erobert, so die Studienautorin und stellvertretende Leiterin des WIFO, Angela Köppl. Ob beim Bau von Kläranlagen, Wasserleitungsnetzen, ob bei der Reinigung von Oberflächen- und Grundwasser oder bei der Errichtung moderner Deponien, Verbrennungsanlagen und Sammelsysteme: Österreichische Unternehmen sind rund um den Globus tätig. Saubere Energietechnologien stellen dabei ein wichtiges Produktionssegment dar. Die Studie zeigt, dass der Sektor „Erneuerbare Energietechnik“ mit fast 50% der Umsätze innerhalb der Umwelttechnik ein bedeutender, und in Zeiten steigender Energiepreise auch ein zukunftsträchtiger ist. Mit 52,4% sind die EU-15 immer noch wichtigster Exportmarkt für Umwelttechnologien aus Österreich. Auch die Notwendigkeit die Umweltstandards in den neuen Mitgliedstaaten (MOEL) an die EU-Gesetzgebung anzupassen, wirkt stimulierend auf den Markt. Man kann davon ausgehen, dass die derzeitige Umwelttechnikexportquote von rund 18% in diese Länder zunehmen wird. Zusätzlich dürfte das in diesen Ländern steigende Umweltbewusstsein die Absatzchancen für österreichische Umwelttechnologien und -dienstleistungen noch verbessern. Die Technologieführerschaft Österreichs z.B. bei der Biomassenutzung, bei Solaranlagen und der Wasserkraft ist eine gute Vorraussetzung für weitere Umsatzzuwächse.

Wie Umweltminister Pröll und Vizepräsident Lenz anlässlich der Studienpräsentation bekräftigten, wird das Lebensministerium und die Wirtschaftskammer Österreich auch in Zukunft die professionelle Vermarktung österreichischer Umwelttechnologien unterstützen.
So wird die gemeinsame Exportinitiative des Lebensministeriums und der Wirtschaftskammer im Oktober 2005 in Bukarest Station machen (nach Zagreb und Moskau im Frühjahr). Für Herbst 2006 sind weitere gemeinsame Termine vorgesehen. Durch diese Initiative gibt es auch einen entscheidenden Beitrag zum globalen Umweltschutz, der in Kombination mit der Vermarktung hochwertiger österreichischer Umwelttechnologien im Ausland eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten bringt.

Mehr zu diesem Thema finden Sie unter umwelt.lebensministerium.at. Die Exportinitiative des Umweltministeriums ist im Internet unter www.go-international.at vertreten.

Handbuch zu EU-Umweltpolitik veröffentlicht
Anfang November gab das "European Environmental Bureau" ein 350 Seiten starkes Handbuch über die Umweltpolitik der EU heraus.

Im Handbuch enthalten ist ein detaillierter Überblick über die EU-Gesetze aus allen Bereichen der Umweltgesetzgebung der letzten 30 Jahre, es finden sich Geschichte und Analyse zu etwa 60 EU-Verordnungen und Richtlinien.
Auch auf die wichtigste Schwäche der Umweltgesetze wird hingewiesen - fehlerhafte oder unzureichende Umsetzung in den Mitgliedsstaaten. Außerdem wird vor einem neuen, gefährlichen Trend gewarnt - der Unterordnung umweltpolitischer Ziele unter das Credo des Wirtschaftswachstums.
Das Handbuch soll daher Umweltorganisationen und Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Verwaltung als Wegweiser und Referenz zu den Umweltgesetzen der EU dienen, und damit zu einer intelligenten und informierten Anwendung der Legislatur beitragen.

Sie können das Referenzhandbuch auf der Website des European Environmental Bureau (http://www.eeb.org/publication/policy_handbook.htm) bestellen und auch kapitelweise herunterladen.

Austrian Sustainability Reporting Awars (ASRA)-Preisverleihung
Auch heuer werden wieder die besten Nachhaltigkeitsberichte des vorangegangen Wirtschaftsjahres 2004 von österreichischen Unternehmen mit dem ASRA „Austrian Sustainability Reporting Awards“ ausgezeichnet.
Der ASRA wird in den Kategorien „Nachhaltigkeitsmodelle generell“ und in den Sonderkategorien „Klein- und Mittelbetriebe“, „öffentliche und private Organisationen“, vergeben.

Die Preisverleihung wird von der Kammer der Wirtschaftstreuhänder in Kooperation mit dem ABCSD, dem Lebensministerium und dem Umweltbundesamt bereits zum 6. Mal veranstaltet und findet am Donnerstag, 24. November 2005 um 19:30 Uhr im Haus der Industrie, Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien statt (siehe auch unter "Veranstaltungen" in diesem Newsletter).

EMAS-Neueinsteiger
Immer mehr österreichische Unternehmen entscheiden sich für das Umweltmanagementsystem EMAS und somit auch für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung.

Die Erdal GmbH & CoKG, Werner & Mertz Professional Vertriebs GmbH ist der bereits 494. registrierte EMAS-Betrieb in Österreich.
Seit mehr als 50 Jahren produziert die Firma Erdal, Werner & Mertz am Standort Hallein Reinigungs- und Pflegeprodukte und beschäftigt österreichweit 160 Mitarbeiter. Neben der Vertriebsverantwortlichkeit für andere Standorte wie z.b. in Tschechien, Slowakei und Slowenien uvm. bekennt sich das Unternehmen klar zum österreichischen Standort in Hallein. Dies spiegelt sich auch in der Philosophie des Unternehmens wieder denn Umweltschutz ist die Aufgabe jedes einzelnen Mitarbeiters.

Neues aus Niederösterreich

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Neues aus Oberösterreich
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Neues aus Salzburg

Über die aktuelle Veranstaltung "Mobilitätsmanagement" des Umwelt.Service.Salzburg lesen Sie hier.

Neues aus der Steiermark

In Kürze findet der Workshop der WIN zum Thema "Optimierte Mobilität" statt. Mehr darüber lesen Sie hier.

Neues aus Wien
Neues vom ÖkoBusinessPlan Wien lesen Sie hier.
Veranstaltungen

2. Internationale Tage des Passivhauses
Internationales Passivhaus-Event mit Hausbesichtigungen

Zum zweiten Mal finden in ganz Österreich die "Tage des Passivhauses" unter der Schirmherrschaft der IG Passivhaus Österreich statt. Dabei können Passivhäuser weltweit besucht werden. Die Bewohner beantworten Fragen in persönlichen Gesprächen, beschreiben das eigene Wohngefühl und zeigen die Vorteile ihres Heims auf. Über 70 Passivhausbesitzer in Österreich haben sich sofort spontan dazu entschlossen, bei der Aktion mitzumachen. Für diejenigen die es ganz genau wissen wollen, werden in vielen Regionen auch von Architekten geführte Exkursionen angeboten. Letztes Jahr konnten sich so die Besucher bei über 1300 Passivhausbesichtigungen von den minimalen Energiekosten und vor allem vom hohen Wohnkomfort und Behaglichkeit überzeugen.

Veranstalter: IG Passivhaus Österreich
Termin: 12.-13.11.2005
Ort: weltweit
Teilnahmegebühr: kostenlos
Weitere Informationen und Anmeldung: http://www.igpassivhaus.at/

Emissionshandel-betrieblicher Umweltschutz-EMAS - Erste Erfahrungen mit dem Zertifikatehandel
Seminar

Unter anderem werden der aktuelle Stand der Umsetzung des Emissionszertifikategesetzes und des CO2-Handels an der Börse vorgestellt und Erfahrungen von Unternehmen beim Emissionshandels vorgestellt. Berater sprechen die Umsetzung von Joint-Implementation-Projekten, Umweltgutachter über die Praxis mit Umwelterklärung und Emissionsbericht.

Veranstalter: Lebensministerium
Termin: 14.11.2005
Ort: Universitätscampus Altes AKH, Spitalgasse 2, 1090 Wien
Teilnahmegebühr: kostenlos
Weitere Informationen und Anmeldung: www.oewav.at

Schoenauer Expertentage, Marktchance Passivhaus
Fachkongress

Das Thema der Expertentage in Grossschönau sind neue Gedankenansätze, Erkenntnisse und Werkzeuge für die marktgerechte Umsetzung des energieeffizienten Hausbaus. Die drei Themenblöcke des Fachkongresses befassen sich mit neuen Technologien, Entwicklungen und Trends im Zusammenhang mit Passivhäusern, Marketingkonzepten, und Anforderungen an die Qualitätssicherung im Passivhausbau.

Veranstalter: Sonnenplatz Großschönau, BMVIT, Haus der Zukunft
Termin: 17.-18.11.2005
Ort: Schönauerhof Fam. Ertl, Kirchenplatz, 3922 Großschönau
Teilnahmegebühr: EUR 270
Weitere Informationen und Anmeldung: www.sonnenplatz.at

Vom (Abfall-)Entsorger zum Versorger?
Tagung

Schwerpunkt ist die Entwicklung der Abfallwirtschaft zur selbsttragenden Ressourcenwirtschaft am Beispiel Ersatzbrennstoffe und Sekundärrohstoffe. Aktuelle Entwicklungen bei den rechtlichen Rahmenbedingungen werden ebenso diskutiert wie Anforderungen zum Schutz der Umwelt. Die wirtschaftlichen Effekte werden anhand von Praxisbeispielen aus Industrie und Entsorgungsbetrieben dargestellt.

Veranstalter: Umweltbundesamt, Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB)
Termin: 22.11.2005
Ort: Haus der Industrie, Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien
Teilnahmegebühr: EUR 230 (EUR 170 für VÖEB-Mitglieder, IV-Mitglieder und Behördenvertreter)
Weitere Informationen und Anmeldung: www.umweltbundesamt.at 

Austrian Sustainability Reporting Awards - Preisverleihung
Festveranstaltung

Auch heuer zeichnet die Kammer der Wirtschaftstreuhänder in Kooperation mit dem ABCSD, dem Lebensministerium, der Industriellenvereinigung und dem Umweltbundesamt die besten Nachhaltigkeitsberichte des vorangegangenen Wirtschaftsjahres 2004 von österreichischen Unternehmen mit dem "Austrian Sustainability Reporting Awards - ASRA" aus.

Veranstalter: Kammer der Wirtschaftstreuhänder, ABCSD, Lebensministerium, IV, Umweltbundesamt
Termin: 24.11.2005
Ort: Haus der Industrie, Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien
Teilnahmegebühr: kostenlos
Weitere Informationen und Anmeldung: www.kwt.or.at  

Energievisionen für die Zukunft
Internationaler Workshop

Verlässliche, umweltfreundliche und kostengünstige Energieversorgung wird zunehmend zur Schlüsselfrage für Gesellschaft und Wirtschaft. Nur eine rechtzeitige und aktive Auseinandersetzung kann helfen, unsere Energiezukunft zu gestalten. Forschung und Entwicklung haben eine zentrale Rolle bei der Erarbeitung von Zukunftsperspektiven. Ziel des Workshops ist es, die Ausgangssituation zu analysieren und zukunftsweisende Lösungsansätze zu diskutieren.

Veranstalter: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Termin: 24.11.2005
Ort: MUMOK Hofstallung, Museumsplatz 1, 1070 Wien, AT
Teilnahmegebühr: kostenlos
Weitere Informationen und Anmeldung: http://nachhaltigwirtschaften.at, 01 7 53464-2921

7. Internationaler Abfallwirtschaftskongress
Konferenz

Auf dem Programm stehen u.A. die Themen "Grenzen kommunaler Dienstleistungserbringung und die Eigenverantwortung der BürgerInnen", "Globale Liberalisierung und die Erbringung von privaten und kommunalen Dienstleistungen", internationale Beispiele abfallwirtschaftlicher Konzepte sowie die Wiener Praxis. Außerdem werden zwei vertiefende Workshops zu den Themen "Strategische Umweltprüfung" und "Littering"; und die Teilnehmer werden in verschiedenen Touren durch die wichtigsten technischen Abfallwirtschaftsanlagen und Abwasseranlagen geführt. 

Veranstalter: MA48, Stadt Wien
Termin: 28.-30.11.2005
Ort: Congress Center MessezentrumWienNeu, Wien
Teilnahmegebühr: EUR 350
Weitere Informationen und Anmeldung: http://itnp.wu-wien.ac.at/

Sustainable Churches – Management für eine Kirche mit Zukunft
Konferenz

Die Konferenz beschäftigt sich mit der Bedeutung der Kirchen für eine Nachhaltige Entwicklung in Europa am Beispiel von Österreich. Das kirchliche Nachhaltigkeitskonzept "Sustainable Churches" und dessen Umsetzung in der Praxis werden vorgestellt und diskutiert. Im Rahmen der Veranstaltung erfolgt auch die Übergabe des Leitfadens EMASplus an die Europäische Kommission.

Veranstalter: St. Virgil Bildungs- und Konferenzzentrum, KATE Kontaktstelle für Umwelt & Entwicklung, Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche Westfalen
Termin: 07.12.2005
Ort: St. Virgil, Salzburg, Österreich
Teilnahmegebühr: kostenlos
Weitere Informationen und Anmeldung: Tel: 01 / 707 65 11, Fax: 01 / 706 54 02, michael.meyer@telering.at, Programm

Aktuelle Rechtsinformation
Aktuelle österreichische Gesetzblätter, Bundes- und Landesrecht können Sie unter www.ris.bka.gv.at, EU-Rechtsakte unter www.europa.eu.int/eur-lex abrufen.
Impressum

 

Herausgeber: Ökomanagement NÖ-Club
Im Auftrag des Bundesministeriums für Land-
und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Design: Fa. PROCONCEPT
Chefredaktion: Anna Podovalova
Geschäftsführer: Hans Günter Plescher MAS
Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien
Tel./Fax: 01 / 714 5690
club@oekomanagement.at
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2721 Bad Fischau-Brunn
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