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Editorial

Vor kurzem fand in Buenos Aires die 10. Weltklimakonferenz statt. Kritik an der Konferenz gab es zuhauf: So konnten sich die Teilnehmer nur auf sehr wenige greifbare Beschlüsse einigen - die Opposition der USA und der ölexportierenden Staaten weitere Klimaschutzmaßnahmen betreffend machte sich nur allzu bemerkbar. Dennoch, es gibt auch Positives von der Konferenz zu berichten: Fast sieht es so aus, als könnte sich die EU über neue Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel freuen; Entwicklungs- und Schwellenländer wie Brasilien, China und Indien, deren Bedeutung für Klimaschutzanstrengungen immer weiter zunimmt, glänzten in letzter Zeit durch verstärkte Umweltschutzmaßnahmen und mehr Transparenz gegenüber internationalen Beobachtern (siehe unten).
Es der Hauptthemen der Konferenz war die Entwicklung einer internationalen Klimastrategie über die erste Verpflichtungsperiode, die 2012 zu Ende geht, hinaus. Welche Ansprüche an eine effiziente und faire globales Klimastrategie gestellt werden müssen, lesen Sie in dieser Ausgabe.


Ihr Ökomanagement NÖ-Club

Im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

Ergebnisse der 10. Weltklimakonferenz

Vom 06. bis 17. Dezember 2004 fand die COP 10, die 10. Konferenz der UN-Klimarahmenkonvention in Buenos Aires statt. Im Rahmen des diesjährigen Treffens, an dem 85 Minister und über 6200 Delegierte teilnahmen, wurden vor allem die Themen um das Kyoto-Protokoll besprochen. Die Finanzierung des Instruments vor allem für Entwicklungsländer und die Zukunft des Protokolls nach 2012 zählten zu den Hauptthemen der Konferenz. Auch Anpassungsmaßnahmen an den stattfindenden Klimawandel wurden besprochen.

Insgesamt konnten auf der Weltklimakonferenz einige positive Tendenzen bemerkt werden:
So kann das In-Kraft-Treten des Kyoto-Protokolls als Erfolg der anhaltenden Bemühungen der der EU , des Zugpferds der Maßnahmen, angesehen werden.
Zudem gab es verstärkt Unterstützung für das Protokoll von anderen Staaten: Nigerien –Mitglied der OPEC, und mit 100 Mio. Einwohnern eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt – hat die Ratifikation des Kyoto-Protokoll angekündigt, andere Länder – unter ihnen Indonesien – verlautbarten ebenfalls ihre Teilnahme. Brasilien, China und Indien legten erstmals detaillierte Berichte über Emissionen und Klimaschutzmaßnahmen vor.
Kanada schließlich sah von seiner Forderung, einen Emissionsbonus für den Export von Wasserkraft in die USA zu erhalten, ab.
Ein Wermutstropfen ist die ablehnende Haltung der USA und Australiens, die auf dem Weltklimagipfel wie erwartet bekräftigt wurde.
So konnte für einen der wichtigsten Punkte auf der Agenda – die Planung der Kyoto-Zukunft nach der ersten Periode bis 2012 – buchstäblich erst im letzten Moment ein Kompromiss gefunden werden: Die USA verweigerte bis zuletzt ihre Teilnahme an den für 2005 geplanten Seminaren, bei denen der nächste Abschnitt der Klimaschutzkonvention besprochen werden sollte. Für die Zukunft des Protokolls wird es allerdings als unumgänglich erachtet, auch die USA „ins Boot zu holen“. In letzter Minute einigte man sich schließlich auf ein einziges Seminar im Mai 2005, das in der Gestalt eines informellen Treffens ohne verbindliche Empfehlungen für den UNFCCC-Prozess stattfinden soll.
Auch viele der Mitglieder der Gruppe „G-77 und China“ waren skeptisch, was Gespräche zur weiteren Zukunft des Protokolls betraf. Sie befürchteten eine übermäßige Belastung der Entwicklungsländer, die ihre wirtschaftliche Entwicklung hemmen könnte, und verwiesen auf die historische Verantwortung der Industriestaaten für den Klimawandel.
Saudi Arabien und andere OPEC-Staaten forderten eine stärkere Berücksichtigung ihrer Interessen und verlangten eine Entschädigung für den Erlösentgang durch die Drosselung der Ölexporte sowie Hilfe bei der Diversifikation ihrer Wirtschaftsstruktur.
Als positives Zeichen konnte allerdings ein Aufbruch der G-77-Front bemerkt werden. Dabei sahen einige der weniger entwickelten Mitglieder ihre Interessen – zugunsten der Interessen ölexportierender Länder – unterrepräsentiert und vertraten zunehmend von der Gruppe abweichende Meinungen. 

Eines der wichtigsten Resultate der Konferenz betrifft die Anpassung an die Klimaänderung: Die Teilnehmer einigten sich auf ein Fünfjahresprogramm, mit dem Projekte zur Anpassung an dem Klimawandel vor allem in Entwicklungsländern unterstützt werden sollen. Die Mittel dafür stellen die Fonds der GEF („Globale Umweltfazilität“) zur Verfügung, in die ab 2005 jährlich insgesamt 410 Millionen US-Dollar von Seiten der Industriestaaten fließen sollen.
Ungeklärt blieb, welche der klimarelevanten Aktivitäten von Entwicklungsländer künftig finanziert werden können, und wie die dringend notwendige Finanzierung für die Umsetzung und Organisation der Rahmenbedingungen für CDM-Mechanismen (Clean Development Mechanisms) aufgebracht werden soll. Eine Klärung diese Punkte wird für das Treffen im Mai 2005 erwartet.

Mehr Informationen zur Weltklimakonferenz erhalten Sie unter http://unfccc.int/.

Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel gefragt

Eines der hochaktuellen Themen der Klimaschutzdiskussion sind Anpassungsmaßnahmen, die parallel zum Klimaschutz stattfinden müssen.
Denn schon jetzt zeichnet sich ab, dass mit einer Erderwärmung von bis zu 3,5° in den nächsten Dekaden gerechnet werden muss, die bestehenden Vorkehrungen sowie die Infrastruktur unserer Gesellschaft jedoch höchstens für einen Temperaturanstieg von 2° gewappnet sind.
Eine Studie des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie hat sich damit befasst, welche Anpassungsmaßnahmen konkret getroffen werden müssen, um dem Klimawandel Rechnung zu tragen.

Die Studie legt dar, dass Infrastrukturinvestitionen sich an den sogenannten extremen Wetterereignissen der letzten 15 Jahre orientieren müssen, um künftig zu bestehen. Doch noch haben die Europäer bei den Vorkehrungen wenig aus den Naturkatastrophen gelernt, es wurden aus ihnen, wenn überhaupt, nur spezifische Lehren gezogen.
Bis jetzt gingen wir bei Anpassungsmaßnahmen von Erfahrungswerten der letzten Jahrhunderte aus, und nahmen sogenannte seltene „Jahrhundertereignisse“ hin, da sich eine Vorbereitung auf diese nicht lohnte. Durch die Verschiebung der Klimakurve werden wetterbedingte Extremereignisse (betreffend Temperatur, Niederschlag und Wind) in den nächsten Jahrzehnten jedoch rapide zunehmen: So zum Beispiel können extreme Wärmeperioden wie im Sommer wie 2004 bald Alltäglichkeit werden. Diese Wettereignisse sollten künftig in die Planung mit einbezogen werden, um Schäden in Milliardenhöhe zu vermeiden.

Zu den Anpassungsmaßnahmen, die ergriffen werden sollten, gehören z.B. Kühlräume für gefährdete Personen bei Hitzewellen, die Nutzungseinschränkung von potentiellen Überflutungsgebieten, eine verbesserte Gebäudestatik gegen Stürme, angepasste Versicherungsstrukturen, etc. Auch die Energieversorgung – und somit auch der Verkehr – werden betroffen sein. So müssen Windkraftanlagen künftig höheren Windstärken widerstehen, Kraftwerke sich auf das Ausbleiben von Kühlwasser in Sommermonaten einstellen. 

Insgesamt bleibt die Anpassung auf den Klimawandel ein bisher sowohl von Politik als auch der Forschung vernachlässigtes und gleichzeitig ein sehr komplexes Gebiet. Noch ungeklärte Fragen in diesem Zusammenhang sind die Geschwindigkeit und das Ausmaß der notwendigen Maßnahmen, sowie mögliche Rückkopplungseffekte – z.B., wenn durch Anpassungsmaßnahmen (wie Kühlung) der Energieverbrauch ansteigt und somit die Ursache für den Klimawandel zunimmt.
Klar muss jedoch sein, dass künftige Investitionen alle Wirtschaftssubjekte im europäischen Raum betreffen werden und umso größer ausfallen, je weniger Klimaschutzmaßnahmen fruchten.

Eine Zusammenfassung der Studie können Sie hier abrufen.

Vorschläge für Klimapolitik nach 2012

Während das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls am 16.02.2005 erst seit kurzem Gewissheit ist, wird auf internationaler Ebene schon weiter in die Zukunft geblickt: Wie die zukünftigen Eckpfeiler internationaler Klimapolitik aussehen könnten, zeigt ein von 14 Wissenschaftern aus aller Welt erarbeiteter Vorschlag auf, der auf der Weltklimakonferenz präsentiert wurde.

Um das Klimaziel zu erreichen, muss demnach eine faire Lösung für den Einbezug aller Staaten, auch der Schwellen- und Entwicklungsländern, erarbeitet werden.
Damit sich diese jedoch auf neue Klimaschutzpflichten einlassen, müssen zwei Anforderungen erfüllt sein: Zum einen müssen Industrieländer weitreichendere Reduktionsverpflichtungen übernehmen. Zum anderen muss in zukünftigen Verhandlungen auch das Thema "Anpassung an den Klimawandel" mit gleichem Gewicht behandelt werden. Denn die – bereits unabwendbaren – Auswirkungen des Klimawandels treffen vor allem Regionen des Südens. Die finanzielle und technologische Unterstützung für Anpassungsmaßnahmen muss von den Industriestaaten – die die historische Verantwortung für die Erderwärmung tragen – ausgebaut werden.

Aus dem Bericht geht ebenfalls hervor, dass möglichst rasch mit weltweiten weitreichenden Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen begonnen werden sollte, um das angestrebte Ziel von einer Erderwärmung von maximal zwei Grad zu erreichen. Um Fehlinvestitionen zu vermeiden und angemessene Vorsorge zu treffen, muss sich insbesondere die Infrastrukturpolitik dieser Aufgabe stellen. Gerade bei Infrastrukturprojekten besteht die Notwendigkeit, eine vorsorgende Anpassungspolitik mit wirtschaftlichem Nutzen und einer aktiven Emissionsminderung zu verbinden.

Auch der brennenden Frage, wie Reduktionsverpflichtungen und etwaige Unterstützungszahlungen für die einzelnen Staaten errechnet werden sollten,  widmet sich der Vorschlag mit einem eigens entwickelten Kriterienkatalog. 

Eine Kurzfassung des Berichts lesen Sie hier.
Den vollständigen Bericht (englische Fassung) können Sie hier downloaden.

EMAS EASY: Kapazitätsausbau in den neuen Mitgliedsstaaten

Vor kurzem wurden vom International Network für Environmental Management (INEM) die Handbücher „EMAS Easy“ veröffentlicht.
Die Handbücher sind Teil einer EU-geförderten Initiative für die Schaffung und den Ausbau von Kapazitäten zur Förderung von EMAS in den neuen Mitgliedsstaaten der EU.
Sie geben einen Überblick über Umweltmanagementkonzepte und –instrumente, ökonomische und andere Vorteile von Umweltmanagementsystemen, und enthalten eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Implementierung von EMAS. Die Handbücher sind an die nationalen Bedingungen und die relevanten Branchen in den Zielländern, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Ungarn, angepasst und in der Landessprache (im Fall Ungarns in Englisch) verfügbar.

Als weitere Maßnahme von EMAS EASY werden die Mitgliedsstaaten bei der Ausbildung von mindestens fünf Spezialisten pro neuem Mitgliedsstaat unterstützt, die besonders in der Anwendung von innovativen, leicht handhabbaren Systemen (Ecomapping / EMAS easy) geschult werden. Ebenso werden sie im Rahmen eines Pilotprojekts bei der Betreuung von mindestens 10 Organisationen, die ein Umweltmanagementsystem einführen möchten und von denen zumindest ein Drittel eine Validierung nach EMAS anstreben, unterstützt.

Ziel des Projektes ist es, die Verbreitung von EMAS und weiteren innovativen Umweltmanagement-Instrumenten in den neuen Mitgliedsstaaten zu fördern und zur Bildung von Netzwerken zwischen Unternehmen und Experten aus neuen Mitgliedstaaten und den EU-15 beizutragen.

Nähere Informationen zum Projekt und die EMAS-Easy-Broschüren zum Download finden Sie unter www.inem.org.

Keine Einigung über Ökostrom 

Die erhoffte Einigung über die Ökostromnovelle, die Anfang Dezember auf der Agenda des Wirtschaftsausschusses im Parlament stand, erfolgte nicht: Die Gespräche wurden ohne Beschluss vertagt, da die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit nicht zustande kam.
Die SPÖ und die Grünen, die ihre Zustimmung zum bestehenden Entwurf verweigerten, erhoffen sich für das neue Ökostromgesetz ambitioniertere Ziele für den Anteil von Ökoenergie am gesamten Stromverbrauch und günstigere Förderbedingungen für Ökostrom.

Im neuen Ökostromgesetz sind auch die Einspeisetarife für Ökostrom festgelegt. Da es jedoch mangels Einigung noch nicht in Kraft getreten, die alte Einspeisetarifverordnung aber mit Ende 2004 ausgelaufen ist, bedeutet die aktuelle Situation einen rechtsfreien Raum für Ökostromanbieter.
An einer raschen Lösung des Einspeisetarif-Problems wird derzeit gearbeitet, dennoch sind die Verhandlungen schwierig, da eine Einigung mit Landwirtschafts-, Sozial- und Justizminister sowie mit den Ländern gefunden werden muss. Der Umweltminister erwartet jedoch, dass sich die Verhandlungen an dem im Reformpapier bereits ausverhandelten und im Ministerrat beschlossenen neuen 7-Prozent-Ziel orientieren.
Sollte nicht bald eine Einigung gefunden werden, wird durch die aktuelle Rechtsunsicherheit eine weitere Behinderung der Entwicklung des Ökostrommarktes befürchtet. 

Der Entwurf der Novelle zum Ökostromgesetz sieht vor, dass mittels Ausschreibmodell, welches Effizienzkriterien berücksichtigt, Förderungen für erneuerbare Energieträger vergeben werden. Ausnahmen soll es für Kleinbiomasse- und Kleinbiogasanlagen geben, bei denen ein Anerkennungsbescheid für die Inanspruchnahme der Förderung genügt.
Von den in Zukunft zur Verfügung stehenden Fördermitteln werden 40% für die Förderung von Biomasseanlagen, 30% für Biogasanlagen, 20% für Windkraftanlagen und 10% für Photovoltaik und andere Ökostromformen reserviert. 

"Intelligente Energie – Europa" 2004: Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen

Im Dezember 2004 wurde ein Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen zum EU-Energie-Aktionsprogramm "Intelligente Energie – Europa" ausgeschrieben.

Das Aktionsprogramm mit der Laufzeit 2003-2006 soll Energieeffizienz sowie den Einsatz  von erneuerbaren Energien fördern und ist ein nicht-technologisches Programm, das auf die Beseitigung von Marktbarrieren und die Sensibilisierung aller Akteure für europäische Energiepolitik (Behörden, Energieanbietern, Investoren, Beratern, der Öffentlichkeit, etc.) abzielt.

In der Ausschreibung 2004 werden im weitesten Sinne unterstützende Aktionen und Projekte im Bereich Energieeffizienz / Erneuerbare, und nicht Investitionen in Technologien selbst, gefördert.
Finanzhilfen werden für die folgenden Typen von Maßnahmen vergeben:

  • Allgemeine Aktionen (z.B. Kapazitätsausbau, Vernetzung von Marktakteuren, Öffentlichkeitsarbeit);

  • Einrichtung neuer lokaler und regionaler Energiemanagement-Agenturen;

  • Unterstützung von Konferenzen und Veranstaltungen.

Die Projektkosten werden bis zu 50% übernommen; insgesamt steht dafür ein Budget von 57 Millionen Euro zur Verfügung.
Die Bewerber können private als auch öffentliche Organisationen sein, wobei eine Zusammenarbeit von mindestens drei Akteuren aus verschiedenen Ländern bestehen muss.
Als Einreichschluss ist der 23. März 2005 vorgesehen.

Ein nationaler Informationstag der Energieverwertungsagentur ist für 2. Februar 2005 in Wien geplant (mehr dazu unter www.eva.ac.at/service/eie_call.htm).
Mehr zum Programm und zur Ausschreibung erfahren Sie hier.

Emissionszertifikateregister für Emissionshandel geschaffen

Ende Dezember wurde der letzte für ein funktionierendes Emissionshandelssystem noch fehlende Beschluss von der Kommission angenommen: Dabei geht es um die Schaffung einer Online-Datenbank, die den Handel von Emissionszertifikaten vereinfachen soll. 

In diesem System werden die Emissionszertifikate der 12.000 unter die Emissionshandelsrichtlinie fallenden Organisationen in Form eines elektronischen Kontos verzeichnet sein – auch Organisationen, die freiwillig teilnehmen möchten, können ein Konto eröffnen.
Das System soll dazu dienen, Kassageschäfte mit Zertifikaten zu ermöglichen. Damit soll die Liquidität des Emissionszertifikatemarktes verbessert werden. 

In Österreich ist das Umweltbundesamt für das nationale Emissionszertifikatsregister zuständig, die technische Umsetzung wurde Ende September an die ECRA GmbH vergeben.
Nach einigen Verzögerungen bekommen Anlageninhaber spätestens Ende Februar 2005 die im Zuteilungsbescheid für 2005 angeführten Zertifikate auf ihr Registerkonto gutgeschrieben. Durch Verzögerungen beim Systemabgleich mit dem europäischen Knotenpunkt wird der Emissionshandel voraussichtlich jedoch erst mit Mai 2005 möglich sein.

Für die Umsetzung von JI/CDM-Projekten, sowie für ein späteres weltweites Emissionshandelssystem, muss jedoch das europäische Register mit dem dementsprechenden elektronischen System des Kyoto-Protokolls, das unter die Zuständigkeit der UN fällt, kompatibel sein. Für die Angleichung und Verbindung der Systeme hat die Kommission bisher 650 000 Euro an Fördermitteln sowie Software im Wert von 560 000 Euro bereitgestellt.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf http://europa.eu.int/ und www.eu-emissionshandel.at.

EU ratifiziert die Stockholmer POP-Konvention

Die EU hat kürzlich die POP-Konvention ratifiziert. Nach der Hinterlegung des entsprechenden Dokuments bei der UN in New York wird die EU in 90 Tagen Partei der Konvention sein.

Die Stockholmer POP-Konvention ist das wichtigste globale Abkommen für das Verbot langlebiger Umweltgifte (persistent organic pollutants, abgekürzt POP). Die Konvention umfasst bisher 12 in Industrie und Landwirtschaft verwendete Umweltgifte, die sich durch Langlebigkeit, Bioakkumulation, Öko- und Humantoxizität sowie das Potenzial zum Ferntransport in Wasser, Boden und Luft auszeichnen.
Zu den verbotenen Substanzen zählen Pestizide (wie z.B. DDT), in der Industrie verwendete Chemikalien (wie PCBs) und bei gewissen Verbrennungsprozessen freigesetzte Schadstoffe (wie Dioxin und Furan). 

In der EU existiert bereits seit Mai letzten Jahres bereits eine Verordnung, die die Produktion, den Vertrieb und den Einsatz der von der Stockholmer Konvention umfassten Gifte verbietet (obwohl das Problem der unbeabsichtigten Freisetzung von Dioxin, z.B. bei unvollständiger Verbrennung oder unsachgemäßer Entsorgung giftiger Stoffe, noch immer besteht).
Doch die Ratifizierung der Konvention wird als Chance gesehen, das Verbot der Umweltgifte rasch in möglichst vielen Ländern der Welt umzusetzen. Zudem gibt die Stellung als Partei der Konvention der EU das Recht, weitere POPs für ein Verbot vorzuschlagen. Bereits im August wurde ein Vorschlag der Kommission, weitere neun Umweltgifte zu verbieten, beim Rat hinterlegt.

Weitere Informationen zu POPs finden Sie hier.

Innovationspreis "Phönix – Einfall statt Abfall" 2005 ausgeschrieben

Im Jahr 2005 wird mit dem Phönix zum siebten Mal ein österreichweiter Innovationspreis für Abfallwirtschaft, der „Phönix – Einfall statt Abfall“, verliehen.

Phönix, eine Initiative des Lebensministeriums und des ÖWAV, steht für die innovative Bewältigung abfallwirtschaftlicher Problemstellungen mit dem Ziel nachhaltiger Wirtschafts- und Lebensformen im Zusammenspiel der gesellschaftlichen Kräfte, wobei das Spektrum von der betrieblichen Stoffstrom- und Ressourcenbewirtschaftung bis hin zu Maßnahmen der Bewusstseinsbildung reicht.
Mit dem Preis, der mit insgesamt 8.000 Euro dotiert ist, soll Engagement und Problembewusstsein bei der Bewältigung abfallwirtschaftlicher Probleme belohnt werden.
Zentrale Beurteilungskriterien bei der Vergabe sind Innovationscharakter und abfallwirtschaftliche Relevanz. 
Einreichschluss für den Preis ist der 18. März 2005. Die Gewinner werden am 03. Mai geehrt.

Die Ausschreibungsbedingungen und das Einreichformular finden Sie auf der Homepage des Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes. Teilnahmeberechtigt sind Privatpersonen, private und öffentliche Organisationen.  

Nachhaltigkeit rechnet sich

In einer Aktualisierung der 2003 veröffentlichten Studie “ "Sustainable Development Pays Off"  der Kommunalkredit Dexia wird bestätigt, dass nachhaltig agierende Unternehmen eine bessere wirtschaftliche Performance zeigen als ihre Konkurrenten.

In der Studie wurde die Entwicklung des Aktienkurses von 141 börsennotierten Unternehmen, die Mitglied des World Business Council of Sustainable Development (WBCSD) sind, untersucht und mit vergleichbaren Marktindices verglichen.
Dabei wurde, wie schon in der vorhergehenden Studie, aufgezeigt, dass WBCSD-Mitglieder aus allen Branchen eine bessere Performance aufweisen als die Benchmark-Unternehmen.
Neu herausgestellt hat sich allerdings, dass die Performanceunterschiede mit einem längerem Zeithorizont immer ausgeprägter werden. Die Hauptaussage der Studie ist demnach, dass sich eine nachhaltige Unternehmenspolitik vor allem langfristig bezahlt macht.

Die Ergebnisse der Studie werden damit erklärt, dass es für Unternehmen immer wichtiger wird, ökologische und soziale Belange bewusst zu managen, um mit neuen, sich rasch ändernden Umweltbedingungen umgehen zu können. Aktive Bemühungen um eine nachhaltige Unternehmensentwicklung machen Unternehmen konkurrenzfähiger, schockresistenter und flexibler. Ebenso erhöht sich die Beliebtheit der Unternehmen bei Kunden und Schlüsselarbeitskräften.

Die Studie der Kommunalkredit Dexia können Sie hier abrufen.

Neues aus Niederösterreich

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Neues aus Oberösterreich
Hier erfahren Sie Neues von der ÖkoBeratung.
Neues aus Salzburg

Hier finden Sie weitere News des Umweltservice Salzburg.

Neues aus der Steiermark

Neuigkeiten von der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit können Sie hier nachlesen.

Neues aus Wien
Neues vom ÖkoBusinessPlan Wien lesen Sie hier.
Veranstaltungen

Sanieren, Modernisieren, Optimieren - zukunftsorientierte Wege zu einer attraktiven Immobilien
Lehrgang 

In diesem Lehrgang werden innovative Möglichkeiten und Methoden zur wirtschaftlich und energetisch optimalen Sanierung von Gebäuden aufgezeigt. Der Lehrgang soll helfen, für private Dienstleistungsunternehmen die optimale Sanierungsvariante zu erkennen. Es wird Know-how in Bereichen innovative Sanierungsmodelle, Projektmanagement, Finanzierung und Förderung, sowie innovative Technologien vermittelt.
Zielgruppe sind Gebäudeverantwortliche privater Dienstleistungsgebäude (Pflegeheime, Bürogebäude, Handel, Hotel- und Gastgewerbe, Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten, Sporthallen, Veranstaltungszentren, etc).

Veranstalter: Energieverwertungsagentur
Termin: 26.-27.01.2005
Ort: Wirtschaftskammer Steiermark, Körblergasse 111 - 113, A-8021 Graz
Teilnahmegebühr:
EUR 100
Weitere Informationen und Anmeldung
: www.eva.ac.at

Nachhaltiger Finanzmarkt
Informationsveranstaltung

Die Veranstaltung will Ansätze zur Förderung einer Nachhaltigen Entwicklung im Finanzmarkt vorstellen. Dabei soll zum einen die Sicht der Finanzdienstleister präsentiert werden und zum anderen die Sicht von Unternehmen, die als Investoren an der Börse mit den neuen Herausforderungen, die das Konzept der Nachhaltigkeit mit sich bringt, umgehen müssen.

Veranstalter: Austria Business Council for Sustainable Development (ABCSD), Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT)
Termin: 27.01.2005
Ort:
Haus der Industrie, Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien
Teilnahmegebühr: kostenlos
Weitere Informationen und Anmeldung: www.abcsd.at

Nachhaltige Dienstleistungsgebäude
Workshop 

Im Rahmen des Themenworkshops werden die Ergebnisse von drei Projekten aus der Programmlinie “Haus der Zukunft“ präsentiert. In diesen wurde versucht, eine Steigerung der Behaglichkeit bei bestehenden Büro- und Verwaltungsgebäuden bei gleichzeitiger Minimierung des Energiebedarfs für Klimatisierung zu erreichen.
Daran anschließend besteht die Gelegenheit, beispielhafte Dienstleistungsgebäude zu besichtigen.

Veranstalter: ÖGUT - Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik
Termin: 28.01.2005
Ort: Feuerwehrhaus, Raiffeisenstr. 67, 6713 Ludesch/Vorarlberg
Teilnahmegebühr:
EUR 25  
Weitere Informationen und Anmeldung:
www.nachhaltigwirtschaften.at.

IEWT 2005: Energiesysteme der Zukunft: Herausforderungen und Lösungspfade
Konferenz

Bei dieser Konferenz sollen die aktuellen Probleme und offenen Fragen bezüglich der Liberalisierung der Strommärkte und der Einführung von Wettbewerb wissenschaftlich diskutiert und Lösungsansätze aufgezeigt werden. Insbesondere wird besprochen, welche gesellschaftlichen Vor- und Nachteile mit einer Liberalisierung verbunden sind, welche regulatorischen Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um Versorgungssicherheit weiterhin zu garantieren, und wie der ökologische Aspekt bei einer Liberalisierung integriert werden kann.

Veranstalter: Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der TU Wien (IEAEW), AAEE (Austrian Association for Energy Economics)
Termin: 16.-18.02.2005
Ort:
Technische Universität Wien
Teilnahmegebühr: EUR 350 (EUR 80 für Studenten)
Weitere Informationen und Anmeldung: www.energiesystemederzukunft.at

Ausbildung zum internen Umweltauditor (ISO 14001/EMAS)
Workshop

Die Ausbildung zum internen Umweltauditor und Umweltbetriebsprüfer richtet sich an Mitarbeiter in Unternehmen aus allen Bereichen und Branchen, die vor der Aufgabe stehen, ein Umweltmanagementsystem einzuführen oder ein bestehendes zu verbessern. Der Kurs dient weiters der fachlichen Vorbereitung auf die Prüfung zum internen Umweltauditor.
Die Veranstaltung dient der Einführung in die Grundlagen des Umweltmanagements und vermittelt die Qualifikation zum internen Umweltauditor.

Veranstalter: Kanzian Engineering & Consulting GmbH
Termin: 28.02.-04.03.2005
Ort:
Kliening/Kärnten
Weitere Informationen und Anmeldung: www.kec.at

World Sustainable Energy Days 2005
Konferenz

Die Konferenz stellt eine einmalige Kombination verschiedener Veranstaltungen und Messen dar. Unter anderem findet die Europäische Pelletskonferenz, Veranstaltungen zu den Themen energieeffiziente Gebäudetechnik für öffentliche und privatwirtschaftliche Gebäude, nachhaltige Energiewirtschaft in Gemeinden und die Energiesparmesse statt. Am letzten Tag der Konferenz besteht für die teilnehmenden Organisationen die Gelegenheit, erfolgreiche Projekte auf den Gebieten effiziente Energienutzung oder erneuerbare Energien einer professionellen Zuhörerschaft vorzustellen.

Veranstalter: O.Ö. Energiesparverband
Termin: 02.-04.03.2005
Ort: Stadthalle Wels, A-4600 Wels

Teilnahmegebühr: EUR 200 (EUR 50 für Studenten)
Weitere Informationen und Anmeldung: www.esv.or.at

Investing in renewable and rational energy technologies
Konferenz

Im Rahmen des EU-Projekts Invert entwickelte die Energy Economics Group an der TU-Wien das Computermodell Invert Simulation Tool. Mit Hilfe dieses Modells kann die Auswirkung von Förderungen in den Bereichen Raumwärme, Warmwasser, Kühlen, Öko-Strom und Bio-Treibstoffe simuliert werden.
In dieser Konferenz wird das Tool vorgestellt; des weiteren werden unter Anderem wird die Fragen, welche CO2-Reduktionen mithilfe von Förderungen erzielt werden können,  behandelt, und es werden Beispiele für effiziente Förderungen anhand eines Vergleichs zwischen verschiedenen europäischen Regionen vorgestellt.


Veranstalter: Energieverwertungsagentur
Termin: 14.03.2005
Ort: Bezirksvertretung 8. Bezirk, Schlesingerplatz 2, 1080 Wien
Teilnahmegebühr: kostenlos
Weitere Informationen und Anmeldung:
www.eva.ac.at

Aktuelle Rechtsinformation
Aktuelle österreichische Gesetzblätter, Bundes- und Landesrecht können Sie unter www.ris.bka.gv.at, EU-Rechtsakte unter www.europa.eu.int/eur-lex abrufen.
Impressum

 

Herausgeber: Ökomanagement NÖ-Club
Im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Design: Fa. PROCONCEPT
Chefredaktion: Anna Podovalova
Geschäftsführer: Hans Günter Plescher MAS
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